Wenn Sie in einem Sprechberuf arbeiten, kommen Sie auf über 4 Millionen Stimmlippenschwingungen pro Tag. Im Idealfall ist das kein Problem. Es braucht jedoch nicht viel und das Sprechen wird anstrengend – vor allem, wenn man es falsch macht!

 

Sprechen Sie mit zu viel Druck, zu laut oder zu hoch, atmen Sie mit Schnappatmung oder bekommen Sie „die Zähne nicht auseinander“ wird das hochkomplexe Sprechsystem durcheinandergebracht. Zu viel Druck führt zu Überlastung! Und das spüren Sie. Aber auch zu wenig Druck kann Beschwerden machen. Bei zu wenig Druck schließen die Stimmlippen nicht ganz und zu viel Luft entströmt. Diese verhauchte Stimme ist selten laut. Will der Sprecher dann lauter sein, entsteht wiederum zu viel Druck und Überspannung.

 

Nur bei einer guten Balance zwischen Atemdruck und Stimmlippen wird die ausströmende Luft komplett in Klang verwandelt. Kurz gesagt: Es braucht nicht viel Atem damit die Stimme klar und rein klingt und das Sprechen mühelos gelingt.

 

Folgende Übung zeigt Ihnen schnell, welcher Druck optimal ist, um einen tragfähigen Stimmklang zu erreichen:

 

Kerzenübung nach Manuel Garcia

 

Schritt 1 – Atemprobe

 

Sie brauchen eine brennende Kerze. Halten Sie die Kerze ca. 10 cm vor den Mund. Formen Sie dann ein „Ooo“. Die Kerze sollte nicht flackern. Versuchen Sie auch die Gegenprobe: Formen Sie ein „Ooo“ mit viel Luft, so dass es fast wie ein „Hoo“ klingt.

Jetzt darf die Kerze flackern. Zügeln Sie dann die Luft erneut bis Sie wieder ein klangvolles „Ooo“ erzeugen, was Sie daran erkennen, dass die Kerze deutlich weniger bis gar nicht mehr flackert.

 

Schritt 2 – Zwerchfellspannung

 

Sollte Ihnen das Zügeln des Atems schwer fallen, versuchen Sie im Zwerchfell mehr Spannung zu erzeugen. Nehmen Sie dazu ein elastisches Band (Theraband, starkes Gummiband, Fahrradschlauch o.ä.): Halten Sie ein Ende des elastischen Bandes mit dem Fuß am Boden fest. Nehmen Sie das andere Ende mit lockerer Spannung in Ihre Hände. Formen Sie dann erneut das „Ooo“ und heben Sie gleichzeitig die Arme nach oben, was das elastische Band stärker spannt. Diese Spannungszunahme führt dazu, dass Ihr Zwerchfell den ausströmenden Atem zügelt. Messen Sie dies wieder mit der Kerze. Die Spannung, die sich jetzt beim Sprechen einstellt, nennt man „inspiratorische Gegenspannung“

 

Machen Sie diese Übung regelmäßig. Schon nach kürzester Zeit können Sie bei Bedarf diese Spannung ganz selbstverständlich erzeugen und Ihre Stimme damit lauter, klangvoller und kräftiger klingen lassen, ohne dabei Ihre Stimme ungesund zu überfordern.

 

Noch ein Tipp: Mit dieser Atemübung  kommen Sie schnell und effektiv zu Ruhe, Entspannung und Null Lampenfieber.