Stimme macht Stimmung. Was wir in der Musik als Dur und Moll kennen, finden wir auch in der Sprache wieder.

 

So nannte Erich Kästner sein 1958 erschienenes Werk „Heiterkeit in Dur und Moll”. Dieses Buch zum deutschen Humor erweckt genau diesen Unterschied im Sprechklang in komischen und tragikomischen Texten zahlreicher Schriftstellerkollegen zum Leben. Ob uns Dur heiter und Moll tatsächlich traurig macht, erfahren Sie hier.

 

Der Erfinder von Dur und Moll

 

Dass Dur die Empfindung von “heiter” und Moll die von “traurig” in uns bewirkt, ist eine historisch relativ junge Vorstellung, die auf die Kompositionslehren von Gioseffo Zarlino (1517-1590) zurückgeht.

 

3-jährige unterscheiden bereits

 

Laut einer Studie von Robert Crowder und Marianna Kastner von der Yale University konnten Kinder ab drei Jahren Testkompositionen in Dur und Moll, lustigen beziehungsweise traurigen Gesichter eindeutig zuordnen. Damit wurde die Wirkung der Grundstimmung (Affekt) in der Musik eindeutig identifizierbar.

 

Reinhard Kopiez von der Hochschule für Musik und Theater in Hannover meint jedoch, dass die emotionale Wirkung eines Musikstücks sowohl von der Situation des Musikhörens als auch von der momentanen Befindlichkeit des Hörers abhängig ist.

 

So verstehen Sie auch chinesisch!

 

Bevor eine Emotion wie Traurigkeit in Depression umschlägt, sorgt sie in der Stimme für ausgeprägte Moll-Töne und zwar tatsächlich im musikalischen Sinne. Wissenschaftler der US-amerikanischen Duke University ließen zehn Probanden eine Reihe von einzelnen Worten sprechen und gaben ihnen den Auftrag, dabei entweder aufgeregt-fröhlich, gedämpft-traurig oder betont sachlich vorzugehen. Danach verglichen sie die gesprochenen Passagen mit den Melodien von Volksliedern und klassischen Kompositionen.

 

Das Ergebnis: Man konnte die Sprechstücke in gleicher Weise sortieren wie die Musik. Fröhliche Passagen äußerten sich vornehmlich in Dur, traurige dagegen in Moll. Was natürlich die Frage aufwirft, ob in der Geschichte des emotionalen Ausdrucks die Musik das Sprechen oder umgekehrt das Sprechen die Musik prägte. Jedenfalls wurden die Ergebnisse der Studie auch an Mandarin-Chinesen bestätigt, die nicht nur eine völlig andere Sprache, sondern auch in ihrer Musik keine Dur- und Mollakkorde gewohnt sind. Dies spricht eher dafür, dass der Mensch in der Stimme schon Mollnuancen kannte, bevor sie in der Musik eingeführt wurden. Und es erklärt, warum uns Europäer die Musik aus Fernost eher wenig berührt – wir aber dafür aus der Sprachmelodie eines Chinesen heraushören können, wenn er traurig ist. Und das, obwohl wir nicht ein einziges seiner Worte verstehen.

 

Witzige Demo für Dur und Moll

 

 

Und hier noch ein Video mit Übungsteil: Unterschied Dur-Moll

 

Mein Tipp!

 

Achten Sie auf Ihre Stimmung, denn diese überträgt sich auf Ihre Gesprächspartner.

 

Wollen Sie wissen wie Sie Ihre Stimmung in nur 5 Sekunden positiv verändern können? Lesen Sie dazu auch

Stimme macht Stimmung

 

Wollen Sie deutlicher sprechen?

 

Holen Sie sich das 12 Minuten Programm für deutliches Sprechen