Jeder kennt sie, niemand liebt sie – Versprecher! Ob Sie als kompetent oder unsicher rüberkommen, hängt davon ab, wie Sie mit diesen kleinen Stolperfallen umgehen, denn Irren ist männlich! Pardon: menschlich 😉 Und so ist es auch mit Versprechern.

Ja, im Augenblick der Rede sind Versprecher peinlich. Das muss aber nicht sein. Sie können mit einem Versprecher auch dafür sorgen,  dass Ihre Rede in Erinnerung bleibt, in positiver Erinnerung. Wie das geht, lesen Sie hier.

Ihr Publikum regiert auf einen Versprecher zunächst irritiert und ist hellwach. Nichts macht so aufmerksam, wie etwas Unerwartetes. Warum also nicht den Versprecher nutzen, um Ihre Aussagen noch stärker beim Publikum zu verankern. 

Regel 1: Sprechen Sie nicht über Fehler!

Hat man sich versprochen, will man sich am liebsten in Luft auflösen, im Boden versinken, klein wie eine Maus werden – egal, in jedem Fall weg aus dem Rampenlicht. Machen Sie genau das – mit Ihrem Versprecher! Gehen Sie weg aus dem Scheinwerferlicht.

Mein Tipp! Reden Sie einfach weiter. Wenn es Ihnen liegt, können Sie die Hürde auch mit einem souveränen Lacher nehmen (ist zugegeben Typsache). Wenn Sie einfach weitersprechen, laufen Sie nicht von der Bühne, aber Sie entfernen sich verbal und thematisch von dem „Fehler“. 

Ein Fehler kann jedem passieren. Fokussieren Sie sich auf den roten Faden Ihres Vortrags: berichtigen Sie kurz und charmant, machen Sie dann einen Blick auf Ihr Konzept oder Stichwortzettel und weiter geht’s im Text.

Regel 2: Bauen Sie den Blick auf Ihr Konzept ein!

Haben Sie den Faden verloren bzw. haben Sie ein Blackout, Ihr Kopf ist leer und Sie merken Panik aufsteigen… „Was wollte ich nur als Nächstes sagen????“, dann schielen Sie nicht nervös auf Ihren Stichwortzettel – das lässt Sie nur unsicher und unprofessionell erscheinen. Bauen Sie ihr Blackout einfach in Ihre Rede ein und verkaufen Sie Ihren Faux Pas als Vorteil.  

Sagen Sie etwas wie: „So jetzt schauen wir, ob wir noch etwas Wichtiges vergessen haben…“ und schauen Sie dann ganz direkt auf Ihren Spickzettel, schon finden Sie den Faden wieder und können weitersprechen. 

Ich selbst verwende häufig bei großen Vorträgen einen Konzeptzettel mit Stichworten drauf, dafür aber keine Stichwortzettel. Diesen Zettel (meist A4 Format) lege ich entweder auf den Boden oder auf einen Beistelltisch. Der Vorteil: Ich weiß, mein Backup ist da, wenn ich es brauche und das gibt Sicherheit. Den kurzen Blick aufs Konzept mit dem Vorteil für die Zuhörer (denn diese wollen auch nicht, dass etwas „Wichtiges“ vergessen wird) hat man mir noch immer verziehen. Ganz im Gegenteil, je souveräner Sie dies machen umso größer die Wirkung. So steigen Ihre Sympathiewerte, denn nobody is perfect und zu perfekt wirkt schnell unsympathisch. 

Regel 3: Bereiten Sie sich vor!

Das beste „Versprecher-Management“ ist immer noch, die Aussetzer zu vermeiden. Daher gilt: Bereiten Sie sich vor! Lernen Sie jedoch die Rede keinesfalls auswendig. Das lässt Sie eher unnatürlich klingen und Sie bauen keine Beziehung zu den Zuhörern auf. 

Mein Tipp! Gehen Sie zur Vorbereitung spazieren. Üben Sie Ihren Inhalt blockweise, jedes Themengebiet in sich abgeschlossen. Dann üben Sie nur noch unterschiedliche Übergänge. Am Schluss prüfen Sie noch Ihren Einstieg auf Herz und Nieren und haben Sie auch hier am besten unterschiedliche Varianten im Gepäck. Dann kann Ihnen nichts passieren. Selbst wenn Sie Ihren Faden verlieren, haben Sie mit dieser Methode vorgesorgt. 

Regel 4: Anfang gut, alles gut!

Der erste Eindruck zählt. Zuhörer bilden sich in den ersten paar Sekunden bereits eine Meinung über Sie. Achten Sie daher, dass Ihr Einstieg neugierig macht und die Zuhörer bestmöglich abholt. Wie das geht, lesen oder hören Sie hier

Lesen Sie dazu auch – der perfekte Start.

Hier auch als Podcast zu finden.

Regel 5: Meiden Sie Redefallen!

Bleiben Sie konzentriert. Eine wesentliche Ursache für Versprecher ist schließlich, dass das Hirn aus irgendeinem Grunde nicht auf den Inhalt konzentriert ist.

Dann sind auch Äähhs, Ööhhs und Füllwörter („sagen wir mal“) häufig das Ergebnis.

Diese Füllwörter haben unterschiedliche Ursachen. Mangelnder Fokus auf dem Thema oder auch eine zu hohe Rede-Geschwindigkeit. Das kann den Redner schnell ins sprachliche Schleudern bringen. 

Hier noch ein paar mehr Tipps zum Thema “Äääähs”.

Am besten spricht man ohnehin nur, wenn man etwas zu sagen hat. Und dann knapp und präzise 😉

Viel Erfolg!

Barbara Blagusz