Die Schauspielerin Emily Blunt leidet seit ihrer Kindheit unter Stottern und ist doch heute ein gefeierter Star. Menschen, deren Ausdrucksfähigkeit eingeschränkt ist, sei es durch Stottern, starkes Nuscheln, übermäßiges Lampenfieber oder ähnliches, empfinden eine Redesituation vor Menschen als nacktes Grauen. Der Druck steigt, die Angst sich zu blamieren und damit die eigene Position zu verschlechtern, führt nicht selten dazu, dass Redesituationen vor Menschen tunlichst gemieden werden.

 

Frei nach der Idee: Wenn ich nicht spreche, kann mir auch nichts passieren.

 

Das Problem dabei: Es ist noch kein begnadeter Redner vom Himmel gefallen. Das Sprechen vor Menschen, wie in einer Rede oder Präsentation, ist für viele Menschen ungewohnt und daher mit Nervosität behaftet, schon alleine dadurch, dass wir es nicht ständig tun und daher auch nicht unbedingt darin geübt sind.

Dieser Druck verstärkt sich noch bei Menschen mit einer Sprachstörung.

 

 

Ursachen des Stotterns

 

Viele Kinder stottern oder stammeln, wenn sie sprechen lernen. Doch nur wenige entwickeln eine Sprachstörung. Das Stottern ist durch Unterbrechungen im Redefluss gekennzeichnet. Betroffene Personen legen viele unnatürliche Sprechpausen ein und wiederholen Silben immer wieder, bis sie das ganze Wort aussprechen können. Die  Ursachen können bis heute nicht immer genau festgestellt werden. In jedem Fall bedeutet Stottern eine massive Einschränkung der Ausdrucksfähigkeit. Experten unterteilen die Ursachen des Stotterns in drei verschiedene Kategorien: erbliche, körperliche und psychosoziale Faktoren. Am häufigsten sind jedoch psychogene Ursachen an der Entstehung von Stottern beteiligt. In 70 Prozent aller Fälle kann nachgewiesen werden, dass die Umstände der ersten Lebensjahre eine Rolle spielen.

 

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Die Unlust am Präsentieren

 

Der Grundstein für Lust oder Unlust wird nicht selten in der Schule gelegt.

Hatte ich Glück, wie einen unterstützenden Lehrer oder nette, wohlwollende Schulkollegen, dann habe ich Chancen diese positiven Erfahrungen in meine spätere Berufswelt mitzunehmen. Hatte ich jedoch Pech und wurde gehänselt oder verspottet, weil die Aussprache eben nicht perfekt war oder die Nervosität rote Flecken ins Gesicht zaubert, so kann dies fast traumatisch dazu führen, später im Leben jede öffentliche Sprechsituation negativ zu bewerten oder ganz zu vermeiden.

 

Tipp – Charaktere Sprechen

Machen Sie es wie Emily Blunt und nutzen Sie das Prinzip der Schauspielerei. Emily Blunt hat als Kind schon gerne Stimmen und Menschen nachgeahmt und dabei völlig ihr Stottern vergessen. So trat sie in einem Stück ihrer Klasse auf, wo sie mit einem komischen Akzent sprechen musste, und plötzlich sprach sie ganz fließend und frei. Wenn sie jemand anders sein konnte, war sie losgelöst von sich selbst. Und indem sie sich so sprechen hörte, bekam sie Mut: „Ich kann es ja doch!“

 

Tipp – Das Spiel mit den Rollen

Selbstverständlich sollen Sie authentisch sein. Sind Sie jedoch nervös und kurz vor dem Umkippen, dann sind Sie eben auch da authentisch nervös. Versuchen Sie es doch einmal mit dem Umweg über eine Rolle. Schlüpfen Sie in einen anderen Charakter. Das macht Spaß und kann eine wunderbare Krücke sein, um wieder das eigene Selbstbewusstsein hervorzukehren.

 

Nehmen Sie zum Beispiel das Kinderlied Hänschen klein…..

 

Hänschen klein ging allein
in die weite Welt hinein;
Stock und Hut steht ihm gut,
ist ganz wohlgemut.
Aber Mutter weinet sehr,
hat ja nun kein Hänschen mehr.
“Wünsch dir Glück, „ sagt ihr Blick,
“kehr nur bald zurück!“.

 

Rollen:

  • Sportreporter
  • Unteroffizier
  • Prediger
  • Klatschtante
  • Marktschreier
  • Nachrichtensprecher
  • Sprecherin auf einem Navigationsgerät
  • Erotische Französin
  • Grobmotorischer junger Mann – simpel

 

Textergänzungen sind möglich

z.B. Sportreporter „Da sehen wir den kleinen Hans…Ganz alleine….

 

Viel Spaß beim Üben

Ihre Barbara Blagusz