Vor Gruppen zu sprechen ist immer auch eine Herausforderung für die Stimme. Nicht immer steht ein Mikrophon zur Verfügung auch wenn die Gruppengröße es erfordern würde. Besonders Pädagogen, die dies täglich erleben landen häufig erst nach einem langen Leidensweg beim Stimmtraining oder in der logopädischen Praxis: Die Stimme ist heiser, brüchig, das Sprechen anstrengend, ermüdend und belastend. Die Leistungsfähigkeit der Stimme ist eingeschränkt. Mit einer Stimme, der es an Tragfähigkeit und Durchsetzungsvermögen mangelt, werden die Zuhörer nicht (mehr) erreicht.

 

Das “überlebensnotwendige” Instrument der Pädagogen – die Stimme – ist im Begriff verloren zu gehen oder bereits verloren. Vergessen Sie nicht: Ihre Stimme ist Ihr wichtigstes Instrument! Sie ist der Träger von Inhalten und der Hersteller von Beziehung. Eine funktionierende, optimierte Stimme kann ein “Energie-Geber” sein, genauso wie eine belastete, nicht funktionierende Stimme (wiederkehrende Heiserkeit, Schmerzen im Hals, Knödelgefühl, …) “Energien” abziehen kann.

 

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Drei kurze Tipps

 

1. Aufmerksamkeit schaffen!

Der Lärmpegel im Klassenzimmer kann sehr hoch werden (ungünstige Akustik, herausfordernde Klassen), wodurch Ihre Stimme in Mitleidenschaft gezogen wird. Eine sinnvolle Variante zur Schonung der Stimme ist, an Stelle des Sprechens ein anderes “Aufmerksamkeits-Signal” mit den Schülern zu vereinbaren – wie z. B. das Erklingen eines Gongs oder einer Klangschale (einen weichen Klöppel benützen!).

 

2. Warming up für die Stimme!

Die Stimme von Pädagogen wird im Schulalltag in hohem Maße beansprucht und braucht Vorbereitung und Lockerung um gut zu funktionieren. Nehmen Sie sich am Beginn des Schultages oder der Stunde 3 bis 5 Minuten Zeit und machen Sie gemeinsam mit den SchülerInnen ein Warming-up mit Spaßfaktor! So haben Sie als Lehrkraft ein tägliches Training für sich – und auch die Schüler profitieren davon!

 

3. Bodenhaftung!

Die Sprechstimme funktioniert am besten, wenn wir eine ausgewogene Haltung einnehmen. Eine Grundvoraussetzung dafür ist ein guter Bodenkontakt der Füße – sowohl im Sitzen als auch im Stehen. Nehmen Sie vor dem Sprechen bewusst einen lockeren Stand mit gleichmäßiger Gewichtsverteilung ein und animieren Sie zugleich Ihre Schülern zu mehr „Bodenhaftung“ bevor sie sprechen. Durch die Aufrichtung entwickelt sich nach dem Embodiment-Prinzip auch ein selbstbewussteres Gefühl beim Kommunizieren. Eine wertvolle Motivation für die Schüler!

 

4. Stimmökonomie: Rufen statt schreien!

 

Ökonomisch laut werden! Wenn es sein muss:

Trichter vor dem Mund bilden, Rufen statt schreien, Vokale mehr betonen und dehnen

(Haaaaaalloooooooo…) und nicht durchgehend rufen, sondern wie eine Sirene auf- und abschwellende Töne produzieren. Das wirkt insgesamt lauter und schont die Stimmbänder.

 

5. Summen

Trainieren Sie Ihre Stimme, denn trainierte Stimmen halten mehr aus. Das ist wie im Sport. Stimmbänder werden kräftiger, wenn sie regelmäßig und gezielt trainiert werden. Tägliches Ausdauer- und Krafttraining bringt mehr Stimmvolumen und beugt Heiserkeit vor.

Singen und summen Sie im Alltag und in den Pausen immer wieder leise vor sich hin – mit locker aufeinander gelegten Lippen. Die Lippen sollen dabei leicht vibrieren. „Mmmm“ in verschiedenen Tonhöhen.

 

6. Stimmpflege

In die Werkzeugbox für die Schule gehören als Standardausrüstung eine Trinkflasche mit Wasser oder Kräutertee – möglichst dünn, Lutschpastillen (zur Not auch Gummibärchen), ein Woll- oder Seidenschal (gegen Zugluft).

In die Notfallbox beim ersten Anzeichen von Halskratzen und Stimmschwäche empfehlen wir die homöopathischen Globuli Arum Triphyllium D 30. Fünf Globuli in einem Glas Wasser auflösen und alle fünfzehn Minuten einen Schluck trinken. Ein weiterer Notfallkitt – eine Tasse heiße Milch und 10-20 Emserpastillen darin auflösen (ohne Menthol), schluckweise trinken. Beides sind absolute Notfallmaßnahme für etwa fünf Unterrichtsstunden.

 

Vorsicht: Zu viel Kaffee, Cola und Energy Drinks schaden der Stimme!