Die natürliche Tiefenatmung

Legen Sie sich auf den Rücken und entspannen Sie sich. Senden Sie Ihre Aufmerksamkeit in alle Körperregionen und entspannen Sie dabei diese einzelnen Körpersektionen. Beobachten Sie Ihren Atem; er kommt und geht, ohne dass Sie bewusst etwas kontrollieren wollen.

Beobachten Sie, wie während des Einatmens der Bauch, der seitliche Bauch (Flanken) und der untere Rücken weit werden und wie während des Ausatmens alle Muskelgruppen entspannt und losgelassen werden.

Der obere Brustkorb sollte sich hierbei nicht bewegen. Atmen Sie immer ganz tief ein und vollständig wieder aus. Beobachten Sie nach der Ausatmung eine natürliche kleine Atempause.

Versuchen Sie die Einatmung nicht aktiv zu verstärken. Probieren Sie stattdessen die Atempausen nach der Ausatmung auszudehnen und lassen Sie ganz von alleine neuen Atem tief in sich hinein fließen.

Führen Sie diese Übung in den nächsten Tagen in verschiedenen Situationen und bei allen möglichen Gelegenheiten durch. Also mal im Stehen, mal im Sitzen, mal in einer Pause, mal beim Autofahren. Ebenso im Gespräch kann man seine Aufmerksamkeit auf eine tiefe natürliche Atmung lenken. Der Körper stellt sich erfahrungsgemäß bereits nach wenigen Tagen auf diese Tiefenatmung um, da sie eine naturgegebene Atmung ist. Die Hochatmung dagegen ist eine unnatürliche und verkehrt antrainierte Einatmungsweise.

Eine Alternative – Atemfinden im Stehen

Stellen Sie sich schulterbreit und mit lockeren Knien hin. Schließen Sie die Augen. Legen Sie eine Hand auf den Bauch, und atmen Sie einige Minuten ruhig ein und aus. Was beobachten Sie? Was passiert mit Ihrem Körper,mit Ihrem Stand und mit Ihrer Bauchdecke?

Sie werden wahrscheinlich beobachten, dass Ihr Körper während des Atmens nicht stillsteht, sondern nach vorne und hinten und/oder zur Seite schwankt. Atmung ist also auch immer mit Körperbewegung verbunden. Unser Körper passt sich automatisch dem natürlichen Atemrhythmus an. Auch Ihre Bauchdecke bewegt sich bei der Atmung, nach außen bei der Einatmung und nach innen bei der Ausatmung.

Die Bauchbewegung können Sie sichtbar machen, indem Sie einen aufgeblasenen Luftballon zwischen Ihren Bauch und eine Wand klemmen. Wenn Sie tief einatmen, drückt sich der Ballon zusammen, da sich die Bauchdecke nach vorne bewegt. Bei der Ausatmung erlangt der Luftballon wieder seine ursprüngliche Form.

Es ist möglich, dass Sie bei dieser Übung feststellen, dass Ihre Atembewegung genau umgekehrt funktioniert, das heißt, bei der Einatmung bewegt sich Ihre Bauchdecke nach innen, bei der Ausatmung nach außen. Die Gründe hierfür können vielfältig sein. Zum einen ist es möglich, dass Sie sich zu sehr auf die Übung konzentriert haben. Verzweifeln Sie nicht gleich, sondern versuchen Sie, sich zu entspannen und die Übung noch einmal zu wiederholen.

Gelingt es Ihnen nicht, legen Sie sich auf eine Matte auf den Boden. Legen Sie nun ein Buch oder einen anderen flachen Gegenstand auf Ihren Bauch. Atmen Sie ruhig ein und aus. Sie werden feststellen, dass Sie im Liegen von selbst in den Bauch atmen und sich die Bauchdecke beim Einatmen nach außen bewegt und beim Ausatmen nach innen.