Wasser macht die Stimme schön. Zu wenig lässt aber nicht nur unsere Sprechfähigkeit leiden. Warum und wie viel Wasser trinken gesund ist und was es noch für stimmschonende bzw. unterstützende Alternativen gibt, erfahren sie heute hier.

 

Warum der Durst nicht viel aussagt

 

Es gibt 2 Arten von Durstlosigkeit: Einerseits Menschen  die zu viel Wasser im Gewebe tragen, womit der Durst nachlässt – hier hilft es bereits, Milch, Milchprodukten, Käse und Brot einzuschränken. Oder jene, die auf das Trinken schon einige Zeit vergessen haben, wodurch Körper das Durstgefühl verliert.  Trinken wir dann wieder entsprechend, stellt sich nach ein paar Tagen wieder ein Durstgefühl ein. Oft wird Durst mit Hunger verwechselt und dann essen wie oft lieber als zu trinken.

 

Wie viel Wasser soll man trinken?

 

Die WHO empfiehlt täglich 2 Liter. Die ÖGE (=Österr. Gesellschaft für Ernährung) empfiehlt 40ml pro kg Körpergewicht. Das ist jedoch subjektiv für manche Menschen zu viel und für manche zu wenig. Die maximale Trinkmenge eines Erwachsenen zu „normalen“ Bedienungen liegt bei ca. 4 Liter, alles darüber sollte mit einem Arzt besprochen werden. Ausreichend sind durchschnittlich 1,2 Liter Wasser; der Rest wird in der Regel über Speisen aufgenommen.

 

Soll ich trinken, wenn ich keinen Durst habe?

 

Ja, zumindest darauf achten, dass die Mindestmenge erreicht wird. Wird nicht ausreichend getrunken, verliert man das Durstempfinden. Die empfindlichen Schleimhäute in der Mundgegend werden gereizt und die Stimme klingt trocken und schnell beansprucht. Dies mag weder der Sprecher selbst noch der Zuhörer.

 

Wann soll ich trinken?

 

Schluckweise den ganzen Tag! Dies gilt als Faustregel. Es ist nicht sinnvoll große Mengen Wasser in sich zu schütten, nur damit der Mund nicht trocken wird. Außer, dass Sie wahrscheinlich im ungünstigsten Moment aufs Klo müssen, bringt es wenig. Besonders vor Sprechauftritten sind kleine Schlucke ideal. Diese auch lange im Mund behalten.

 

Welches Wasser ist das Beste?

 

Stilles Wasser ist besser als prickelndes mit Kohlensäure. Die Luft in der Kohlensäure bahnt sich unschön den Weg nach oben und das können sie als Sprechen auch nicht gebrauchen.

 

Was ist mit Kaffee, Milch, Tee und Fruchtsäften?

 

Kaffee wurde von der langgehegten Lehrmeinung, er sei dehydrierend, durch viele neue Studien grundlegend entlastet. Sicherheitshalber gönnen Sie ein großes Glas Wasser zum Kaffee. Dann sind Sie immer auf der sicheren Seite.

 

Fruchtsäfte!?

Vor einem Sprechauftritt sind Fruchtsäfte eher zu meiden. Die Fruchtsäuren darin können die Schleimhäute angreifen. Das Bedürfnis zu räuspern nimmt zu.

 

Milch?

Milch hat eine schleimbildende Wirkung. Generell empfehle ich daher Milch sowie Milchprodukte zu meiden. Merken Sie jedoch einen trockenen oder eine trockene, kratzige Heiserkeit, dann kann Ihnen die schleimbildende Wirkung der Milch sogar helfen. Denn sie legt sich wie ein Film über die beleidigten Stimmbänder.

 

Was Sie sonst noch im Falle einer Heiserkeit tun können:

 

Tipps, nicht nur für die kalte Jahreszeit.

 

Warum räuspern tödlich für die Stimme ist.

 

Notfalltipp: 1 Tasse heiße Milch + 10-20 Emserpastillen darin aufgelöst – hilft bei Heiserkeit und drohendem Stimmenverlust.

 

Tee?

Als erfrischende Getränke im Sommer sind neben Wasser auch Kräutertees sehr zu empfehlen. Achtung: jedes Kraut hat eine Wirkung. Daher niemals länger als 6 Wochen davon trinken und dann die Sorte wechseln. Gut für die Stimme sind alle Teesorten, die mild und damit schleimhautschonend bzw. entzündungshemmend sind: Kamille, Weibisch, Salbei, Käsepappel. Hände weg von Früchtetees – diese reizen mit den darin enthaltenen Fruchtsäuren nur unnötig Ihre Schleimhäute. Für schwarzen Tee gilt das gleiche wie für Kaffee: in Maßen und mit einem extra Glas Wasser hinterher.

 

Honig im Tee?

Honig wird eine stimmberuhigende Wirkung nachgesagt. Dies ist zum Teil korrekt. Honig sollte jedoch niemals über 35 Grad erhitzt werden. Dann verliert er seine heilende Wirkung. Übrig bleibt nur der Zucker selbst.

 

Alkohol?

Dass Alkohol nicht empfohlen wird, haben Sie schon vermutet, oder? Auch das berühmte Achterl vor dem Sprechauftritt gegen Lampenfieber schadet eher. Es lässt Ihre Stimme verwaschen klingen – auch schon in kleinen Mengen. Vertrauen Sie lieber auf andere Methoden gegen Lampenfieber .

 

Tipps dazu finden Sie hier:  Stimme macht Stimmung 

Oder auch in dem folgenden Beitrag: Die 10 Tipps gegen Lampenfieber 

 

Was sind die Folgen, wenn man zu wenig getrunken hat?

 

Verlangsamte Enzymfunktion, verlangsamte  Verdauung, es kann sogar zu Vergiftungen kommen (weil zu wenige Giftstoffe ausgeschieden werden können), Sauerstoff- und Nährstoffmangel in den Zellen, Verstopfung, Gastritis und Magengeschwür, Übergewicht (durch Verwechslung von Durst mit Hunger), Verstärkung der Übersäuerung, Ekzeme (weil der Schweiß aggressiver wird), Husten und Neigung zu Infekten (wegen trockener Schleimhäute). Äußerlich feststellbar an Konzentrationsmangel, Müdigkeit und Schwindel und nicht zu vergessen eine trockene, unangenehme Stimme

 

An Tagen, wo Sie stark geschwitzt haben (Sport, Sonnenbaden, Schwitzen unbewusst an heißen Tagen hilft das Trinken von reinem Wasser oft nicht, den Wasserhaushalt ins Lot zu bringen. Blut und Zwischenzellflüssigkeit sind durch den starken Wasserverlust schon arg weniger geworden. Hier empfiehlt sich, eine Prise Salz ins Wasser zu geben (kann manchmal bei Schwindel im Hochsommer sofort Abhilfe schaffen!), denn 1 g Salz hält 11 g Wasser zurück. Salz bedeutet für die Zelle so einen Schutz vor Austrocknung.