Marilyn Monroe – Schauspielerin, Traumfrau, Sex-Symbol

 

Noch heute ist sie für viele der Inbegriff der Hollywood-Diva. Um wohl kaum eine andere Frau der Filmindustrie wurde ein so großer Mythos geschaffen. Wenn die heute Zwanzigjährigen ihre Väter, Großväter und vermutlich auch Urgroßväter nach der Traumfrau schlechthin fragen, werden viele vermutlich einen Namen nennen: Marilyn Monroe ist das Sehnsuchtsbild schlechthin – die Verkörperung verführerischer Weiblichkeit

 

Mit ihren blonden Locken, den roten Lippen und dem wollüstigen Körper galt sie als Urtyp des naiven Blondchen: Doch Marilyn Monroe war Zeit ihres kurzen Lebens mehr als das.

 

Marilyn Monroe wurde nicht als jene begehrenswerte Kunstfigur geboren, zu der sie später wurde. Als Norma Jeane Baker arbeitete die einst noch brünette, natürliche Schönheit in einer Rüstungsfabrik, bevor sie 1945 von einem Armeefotografen entdeckt wurde. So entschloss sie sich eine Modelkarriere einzuschlagen und wurde in einer Agentur in Hollywood angenommen. Ihre Lehrerin sagte einst von ihr, sie wüsste kein Mädchen, „das anfangs so wenig konnte. Aber sie hat an sich gearbeitet, an sich geglaubt und sie wollte „jemand sein“, und das mehr als alle, die mir bis dahin begegnet waren.“

 

 

Marilyn Monroe: Ein starker Wille

 

Es war ihr starker Wille, der Norma Jeane zu Marilyn Monroe machte (der Name war eine Kombination aus dem Vornamen der berühmten Tänzerin Marilyn Miller und dem Mädchennamen ihrer Mutter). Und es war ihr unvergleichlicher Charme und ihr Charisma, das sie zu einer der schönsten und aufregendsten Frauen der Welt machte. Dem klassischen Schönheitsideal entsprach sie nicht. Ihre Lider fielen zu den Schläfen ab, ihr Gesicht war zu herzförmig, ihr kurvenreicher Körper ist heute wie damals Gegenstand hitziger Debatten. Sie war der krasse Gegenentwurf zu den damals berühmten elfenartigen Wesen wie Audrey Hepburn und hatte trotzdem das „gewisse Etwas“, das sie zum Filmstar schlechthin machte.

 

Marilyn Monroe entwickelte ihren eigenen Stil: ihre sanfte  Stimme, ihre Frisur und ihr wiegender Gang werden zum Markenzeichen.

 

 

Die Stimme der Monroe

 

“I wanna be loved by you…. Dubedi-dubedi-dum. Puh!”  Die hüpfenden Bs und Ps in “Manche mögens heiß” sind nicht Ausdruck knisternder Erotik, sondern Ergebnis eines  Trainings. Seit ihrer frühen Kindheit soll sie unter Stottersymptomen gelitten haben. Erst eine Schauspiellehrerin brachte ihr den Trick bei, der das Stottern versteckte und die Stimme so sexy machte: Die Problem-Laute tonlos, weich sprechen, den Rest dahinter weghauchen. Weich sprechen und hauchen zeigt sie in Vollendung in dem Geburtstagsständchen für John F. Kennedy mit dem ihr sogar eine Affäre nachgesagt wurde.
Der Auftritt war in absoluter Perfektion inszeniert:

zu spät auf die Bühne kommen, das aufreizende Abstreifen der Stola, das zarte Klopfen auf das Mikrofon, der Blickkontakt zum Publikum, das hörbare Ein- und Ausatem baute einen grandiosen Spannungsbogen zum zart gehauchten Happy Birthday.

 

Während Marilyns Körper die erotischen Fantasien der Männer bewegte, weckte ihre Stimme und ihr Auftreten den Beschützerinstinkt bei ihnen.

In einer britischen Studie wurde herausgefunden, wenn die Frau eine höhere Stimme hat, ist sie begehrenswerter für das andere Geschlecht.  Darum steigern Frauen beispielsweise unbewusst ihre Stimmhöhe, wenn sie mit einem Mann sprechen, den sie attraktiv finden.

„Unsere Ergebnisse zeigen, dass Frauen von Männern attraktiver eingeschätzt werden, wenn ihre Stimme hoch, aber nicht zu schrill ist“, so Yi Xu vom University College London. Hinzu kämen weitere Kriterien wie ein eher weit gestreutes Resonanzspektrum, oder dass Worte mehr gehaucht als scharf ausgesprochen würden.

 

Die Schauspielerin

 

Als Theaterschauspielerin versagte die zutiefst unsichere Marilyn Monroe. Einzelne Sätze musste sie mehrmals wiederholen, stets hatte sie Schwierigkeiten mit Betonungen und Artikulation. Der Film konnte dieses Manko vertuschen, die Kamera war geduldig mit ihr. Marilyn Monroe perfektionierte ihre Rolle als Sexsymbol, instrumentalisierte ihre Nachteile: Neben der Arbeit an ihrer Stimme wurden auch andere Köperteile optimiert: So kamen u.a. Kinn und Nase im Laufe der Karriere unter das Messer.

 

In nahezu allen Spinds der US-Armee hingen Bilder von ihr. Allerdings wehrte Marilyn Monroe sich gegen das Image des naiven Blondchen. Privat stöberte sie am liebsten in Buchhandlungen, gründete als eine der ersten Schauspielerinnen überhaupt eine eigene Produktionsgesellschaft. In Billy Wilder-Komödien wie „Das verflixte 7. Jahr“ oder „Manche mögen’s heiß“ stellte sie ihr schauspielerisches Talent und ihr Gespür für Dialoge unter Beweis. Nur wenige Jahre später erhielt sie einen Golden Globe als „Beste Schauspielerin der Welt“. Der Höhepunkt ihrer Karriere.

 

 

Wer war Marilyn Monroe wirklich?

 

Doch hinter dem ewig strahlenden Lächeln verbarg sich eine unglückliche Frau. Bereits mit sechzehn Jahren heiratete Marilyn Monroe, damals noch als Norma, das erste Mal. Zwei weitere Ehen, unter anderem mit dem Schriftsteller Arthur Miller, scheiterten. Der damalige Präsident John F. Kennedy soll seine Jackie unter anderem mit der schönen Blondine betrogen haben. Für ihn hauchte Marilyn Monroe im Mai 1962 anlässlich seines 45. Geburtstags lasziv das legendäre “Happy Birthday Mr. President”. Es war einer ihrer letzten öffentlichen Auftritte. Sie litt unter dem Image der Femme Fatale: “Ich schleppe Marilyn Monroe mit mir rum wie eine Last“, sagte sie einmal. Regelmäßig unterzog sie sich ärztlicher und psychoanalytischer Behandlungen, hatte immer größere Probleme mit dem Altern und litt unter manischen Depressionen und damit einhergehenden Selbstzweifeln. Vermehrt griff sie zu Tabletten und Alkohol. Mit nur 36 Jahren starb die vielleicht größte Filmdiva aller Zeiten im August 1962 in ihrem Bett. Bis heute ist die Todesursache ungeklärt, doch die am meisten geäußerte Mordtheorie ist die des Suizids. Damit ist Marilyn Monroe nicht nur die meistfotografierte Frau aller Zeiten, eine Stilikone und ein Schönheitsideal, sondern auch eine der tragischsten Figuren der Filmbranche.