Margareth Thatcher – ein Kehlkopf mit Charakter

 

 

Eine gut trainierte Stimme 

 

ist – gerade für Frauen im Business – von elementarer Bedeutung. Das wusste schon Margaret Thatcher. Doch ihre markante Stimmhöhe war ganz und gar nicht angeboren. Sie erkannt schon früh, dass der Faktor Stimme von großer Bedeutung ist, wenn es um Durchsetzungskraft, um Autorität und Souveränität in einem männerdominierten Umfeld, geht.

 

 

Wahlgewinner Stimme

 

Ende der 70er standen die britischen Konservativen als oppositionelle Partei vor der Situation, dass sie sich eine Frau an die Spitze gesetzt hatten. Keiner dachte, dass man mit ihr auch in die Wahl gehen würde. Margaret Thatcher hatte aber keine Lust, sich durch einen Mann ersetzen zu lassen, auch wenn sie sich den Vorwurf gefallen lassen musste: “Maggie, mit deiner Stimme verschreckst du uns die Wähler, du klingst wie eine Heulsirene!”

 

Margaret – Maggie – Thatcher ging also hin und nahm zwei Jahre lang Sprech- und Stimmunterricht. Sie wollte aussehen und KLINGEN wie die Führungskraft, die sie war. Tatsächlich hat Thatcher ein Stimmcoaching absolviert, das ihre Stimme erfolgreich um mehrere Halbtöne gesenkt hat. Dazu geraten hatte ihr übrigens der legendäre Laurence Olivier.

 

Das Resultat war die berühmte Thatcher-Stimme. Am Ende fast eine ganze Oktave nach unten versetzt, sprach die britische Premierministerin mit einem sehr warmen, angenehmen Timbre in ihrer Stimme. Und hat sich lange, lange Jahre an der Spitze gehalten. Noch heute loben viele die Größe und Vorrausicht dieser Frau, obwohl Margaret Thatcher für den Sozialabbau im Vereinigten Königreich verantwortlich war.
Das Timbre, der Duktus und die Klangfarbe der Thatcher-Stimme ist Kunst pur, alles eine Frage von Unterricht und Ausbildung!

 

 

Vorher-Nachher-Vergleich

 

Einen eindrucksvollen Vorher-Nachher-Vergleich der “echten” Premierministerin gibt es in diesen Aufnahmen

 

Thatcher war Sekretär für Bildung und Unterricht zwischen 1970 and 1974, und machte sich sehr unpopulär mit ihrer Maßnahme, die freie Schulmilch für Schulkinder einzusparen. Hören Sie wie sie vor ihrem Aufstieg an die Spitze der Tory-Partei klingt:

 

Margaret Thatcher vor dem Stimmtraining

 

 

 

Vergleichen Sie nun mit ihrer Erscheinung nach ihrem Wahlsieg 1979 und nachdem sie Stimm-Coaching von Schauspieler Laurence Olivier erhalten hat:

 

Margaret Thatcher nach dem Stimmtraining 

 

 

 

 

 

Eiserne Lady oder England’s bester Mann

 

Wie sehr Margaret Thatcher ihre Umwelt beeindruckt hat, zeigen die vielen Spitznamen, die ihr im Laufe der Zeit verliehen wurden. “Englands bester Mann”, wurde sie von US-Präsident Ronald Reagan, ihrem transatlantischen Bruder im Geiste, getauft. Und Frankreichs Präsident François Mitterrand schwärmte, sie habe “die Augen von Caligula und den Mund von Marilyn Monroe”.

Ihren markantesten Titel aber, “Eiserne Lady”, bekam sie 1976 vom Feind verpasst – von der sowjetischen Armeezeitung “Roter Stern”, nachdem die Oppositionsführerin Thatcher in einer Rede gedonnert hatte: “Die Russen streben nach der Weltherrschaft.”

 

Thatcher trug diese Spitznamen voller Stolz. Sie gefiel sich in der Rolle der unbeugsamen Herrscherin – egal ob sie gegen den Gewerkschaftsführer Arthur Scargill kämpfte, die argentinische Militärjunta oder die lieben europäischen Freunde in Brüssel.

 

 

Geliebt und gehasst

 

Selbst ihre schärfsten Kritiker bestreiten aber nicht, dass Thatcher eine der herausragenden Figuren des 20. Jahrhunderts war. Die britische Zeitrechnung ist in die Zeit vor und nach Thatcher eingeteilt. Und es gibt nicht viele Politiker, nach denen eine ganze Weltanschauung benannt ist. “Thatcherismus” wurde zur Chiffre für den bestimmenden politischen Trend der achtziger und neunziger Jahre: Deregulierung, Privatisierung und Abbau des Sozialstaats.

Thatcher war nicht nur die einzige Frau an der Spitze der britischen Regierung, sie hielt sich auch länger im Amt als jeder andere britische Premierminister im vergangenen Jahrhundert. Schon zu Lebzeiten wurde ihr Name in einer Reihe mit den großen Staatsmännern Winston Churchill und David Lloyd George genannt. Wie diesen beiden wurde Thatcher die Ehre eines Ölporträts in der Downing Street zuteil.

 

 

Eine große Stimme

 

Was bleibt ist Ihr Erscheinungsbild – der überausstark durch ihre Stimme geprägt war.

 

Jeder Politiker, jeder Verkäufer, jede Führungskraft, SprecherInnen der Nachrichten in öffentlichen und privaten Sendern, RadiomoderatorInnen und andere Menschen, die ihre Stimme zum Broterwerb nutzen schulen heute ihre Stimme. Das ist kein falscher Luxus, sondern eine unmittelbare Notwendigkeit.

 

An Margaret Thatchers Beispiel können wir erkennen – ein kleiner aber wichtiger Schritt auf dem Weg zu beruflichem Erfolg und charismatischer Ausstrahlung ist die Ausbildung Ihrer Stimme.