Die perfekte männliche Stimme

Tief, angeraut, herablassend

Einmal gehört, niemals vergessen. Eine Stimme, die sich förmlich einbrannte. Dieses tiefe, leicht angeraute Timbre, mit einem Hauch von britischer Herablassung, der sich schnell in scharfen Zynismus verwandeln konnte. Die sorgfältige Diktion verriet den Shakespeare-Darsteller, der doch weit mehr konnte. Die Lippen bewegten sich kaum und doch gibt es selten eine Stimme, eine Wirkung mit breiterer Facette.

 

Allein diese Stimme verlieh Alan Rickman eine hypnotische Präsenz, die Harry Potter das Blut in den Adern gefrieren ließ, wenn er als Professor Snape oft unvermittelt hinter ihm auftauchte. Eine Stimme, mal bedrohlich, dann wieder besänftigend weich wie etwa in der Rolle König Ludwigs XIV. in “die Gärtnerin von Versailles”. Nicht zu vergessen, wie er mit wohlgewählten Worten, die er sich auf der Zunge zergehen ließ, dem deutschen Terroristen Hans Gruber in dem Action Film “Stirb langsam” eine schneidende Gefährlichkeit verlieh.

Unzufrieden mit eigener Stimme

Er selbst war mit seiner Stimme nie besonders zufrieden. Auch wenn Frauen sie als höchst erregend beschreiben, bezeichnete er selbst seine Stimme eher mit folgenden Worten: “Meine Stimme war und bleibt ein Problem, besonders im Theater. Sie ist sehr leise und sitzt an einem schwierigen Platz, mitunter hört man sie nur sehr schlecht. Es gibt da wohl irgendeinen funktionalen Defekt. Was die Stimme angeht, bin ich beim Film eindeutig besser aufgehoben als im Theater. Als ich auf der Schauspielschule war, sagte ein Lehrer, meine Stimme komme aus einem Abflussrohr. Dem unteren Ende.”

Die Formel für die perfekte Stimme

Tatsächlich haben der britische Linguist Andrew Linn und der Toningenieur Shannon Harris 2008 im Rahmen einer Studie für eine Telefongesellschaft die Formel für die perfekte Stimme herausgefunden. Nur Alan Rickman und Jeremy Irons kommen dieser Inkarnation der perfekten männlichen Stimme nahe.

 

Eine große Stimme ist von uns gegangen.