Ob sie uns frühmorgens aktivieren, damit der Start in den Tag leichter beginnen kann, in sachlich unaufgeregtem Ton die Nachrichten übermitteln oder uns warm und weich Werbungen einsuggerieren, für viele von uns sind sie fixe tägliche Begleiter – die Moderatoren im Radio. Auch im Radio gibt es unterschiedliche Sprechstile – je nach Zielgruppe und Positionierung gibt es dazu passende Stimmen. Der  Moderator  einer Frühstücksendung spricht  anders  als  der Moderator  eines Klassiksenders, der Sprecher im  öffentlich-rechtlichen  Kulturradio  zeigt  eine  andere  Tonalität  als  jener des  Jugendsenders.  So hat jeder Sender seine eigene Sprache und Betonung, wie es auch unterschiedliche Nachrichten oder Wettermoderationen gibt. Hier  findet man  große  Unterschiede. Der gemeinsame Nenner ist:  Sie  wollen  Menschen  informieren, unterhalten, etwas erzählen.

 

Das Interessante daran: Wir können von Radiomoderationen einiges für unsere tägliche Berufspraxis lernen.

 

Grundsätzlich kann man zwei große Stilunterschiede ausmachen: Geht es primär um Information oder um Unterhaltung? Diese Grundlinie prägt die Sprechweise.

 

Moderations-Grundregeln

 

1: Das Adressieren

Der Moderator sollte den Eindruck erwecken, als ob er es dem Zuhörer erzählt. Diese Beziehung ist ungemein wichtig, wenn auch gar nicht so einfach, wenn man als Moderator doch „nur“ in ein Mikrofon spricht.

Hilfreich dabei sind –

  1. ein Maskottchen – dem ich die Story erzähle
  2. das Bild einer Person direkt vor dem Mikrofon aufgestellt
  3. die innere Haltung „Ich mag Menschen.“

 

Heute findet ein großer  Teil  der  Hörerbindung durch  die  Persönlichkeiten  der  Moderatoren  statt. Der  Moderator  wird  zur Stimme, die man zu kennen meint, zum klar wiedererkennbaren, freundlichen  Unterhalter. Im besten Fall erzeugen Moderatoren eine  persönliche  Beziehung – eine Verbindung  zum Zuhörer  und  repräsentieren  den  Sender  mit  seiner  Botschaft.

 

 

 

2: Das dialogische Prinzip

Moderatoren sollen sprechen, als wären sie mitten in einem Dialog. So halten sie immer eine Verbindung zum Hörer aufrecht. Schafft der Moderator diese Verbindung nicht, verblasst die Wirkung sofort und der Zuhörer verliert sein Interesse. Hängen Sie an Ihre Sätze ein „alles klar? Oder „verstanden?“ oder „ok?“ dann stimmt’s auch mit dem Dialog.

 

3: Sinnvolle Betonungen

Vermeiden Sie sinnfreie Betonungen. Oft werden Bindewörter oder Präpositionen betont, obwohl dies keinen Sinn macht. Erarbeiten Sie sich bei einem Moderationstext immer zuerst die Bedeutung – was will ich sagen? Und was gehört daher betont – sinnvollerweise?

 

4: Die Sprechmelodie

Viele Moderatoren singen mehr, als sie sprechen. Das hat den Effekt, dass der Zuhörer sich ebenfalls nicht angesprochen fühlt, da die Sprechmelodie entweder auswendig gelernt klingt oder ein heruntergeleiertes Lesen zu hören ist. Da kann keine Verbindung zum Hörer entstehen.

 

5: Kurze Sätze

„Schreib, wie Du sprichst und das in kurzen Sätzen!“ Wir schreiben, anders als wir sprechen, daher macht es mehr Sinn, die Moderationstexte vorweg so zu schreiben, wie wir sie auch sagen würden.

Viele Moderatoren gehen anfangs gerne von der Schriftsprache aus. Dies funktioniert nur nicht, da weder das dialogische Prinzip, noch die Hörerorientierung erfüllt wird. Wir hören, dass es ein geschriebener Text ist und das ist schlichtweg langweilig. Außer natürlich, es handelt sich um ein Zitat oder ähnliches. Dies kann dazwischen gut auch mal gelesen werden. Die gesamte Moderation jedoch nicht.

 

6: Sprechen Sie den Text zuerst laut zu sich.

Sie hören dann sehr schnell, ob der Text „funktioniert“. Schreiben Sie auch Gedankensprünge und Einschübe auf – es müssen nicht nur ganze Sätze sein – auch wenn die Grammatik nicht ganz korrekt ist. Das macht nichts. Im Alltag sprechen wir auch oft grammatikalisch nicht ganz korrekt.

 

7: Senken Sie am Satzende die Stimme ab

Sie erleichtern dem Hörer das Erfassen der Informationen. Außerdem machen Sie meist automatisch sinnvolle Pausen.

 

8: Sprechen Sie mit Körperspannung

Körperspannung bringt auch Spannung in Ihre Stimme. Damit klingt es spontaner und im wahrsten Sinne des Wortes spannender. Stehen Sie wenn möglich oder verwenden Sie einen hohen Hocker – damit bleiben Sie in der Körperspannung und können Ihren Körper und seine Gestik nutzen. Ihr Hörer wird es Ihnen danken.

 

9: Achten Sie auf die Atmung und das Tempo

Höheres Tempo hat meist auch einen höheren Atemdruck und wirkt damit dynamischer. Ein langsameres Tempo erfordert dies nicht und wirkt souveräner und entspannter. Hier kommt es wieder auf das Senderprofil an, welche Sprechweise hier gewünscht ist.

 

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