Räuspern ist tödlich für die Stimme

 

was tun bei drohendem Stimmverlust?

 

Der Hals kratzt, die Stimme ist rau. Was tun Sie? Sie räuspern sich. Und genau das gibt Ihrer Stimme den Rest. Hier erfahren Sie, was am Räuspern so schädlich ist und warum Sie bei Stimmverlust auch aufs Radiohören und Fernsehschauen verzichten sollten – selbst dann, wenn Sie nichts sagen. + Tipps, wie sich Ihre Stimme bei Stimmverlust am schnellsten erholt.

Was tun, wenn nichts mehr geht?

Weihnachten ist vorbei, der Jahreswechsel ebenfalls. Da wurde vielerorts gefeiert und gesungen. Und das ist gut so. Feiern tut gut – nur nicht immer der Stimme. Falls Sie zuviel gefeiert haben oder Ihre Stimme einfach müde ist – dann haben Sie das letzte Mal schon von den 9 Stimmtipps für die kalte Jahreszeit profitieren können. Aber was tun, wenn nichts mehr geht? Räusper, räusper!

 

Da räuspern wir uns dann durch den Tag. Aber anstatt Linderung löst das Räuspern nur noch mehr Räuspern aus und am Ende versagt unsere Stimme total.

Was passiert beim Räuspern?

Betrachten wir doch einmal das Räuspern näher – was passiert denn da genau und warum ist der Drang danach so unwiderstehlich? Räuspern ist wie Schneeschaufeln, nur reißen wir den Asphalt darunter gleich mit weg. Klingt unangenehm? Ist es auch. Vor allem für unsere Stimmlippen, denn diese liegen dann frei von ihrer geliebten Schleimhaut (denn die haben wir ja durch das Räuspern „weggerissen“) und sind ungeschützt. Was passiert dann? Bildlich vorstellen können wir uns das am besten so: die Stimmlippen funkten ans Gehirn: „Bitte Hilfe, Schleimhautproduktion anwerfen, wir liegen hier völlig ungeschützt!“ und das passiert dann auch. Nur meint es die Schleimhaut besonders gut und produziert mehr als nötig. Dadurch wiederum entsteht erneut das Gefühl von „zuviel“ auf unseren Stimmlippen, was dann wieder erfolgreich weggeräuspert wird. Nach einigen Durchläufen dieser Art kann man sich schon mal ein chronisches Räuspern anerziehen.

Besser hüsteln statt räuspern

Was tun, wenn wir jetzt aber doch wirklich räuspern müssen? In diesem Fall gibt es zwei Möglichkeiten: entweder Sie verschlucken das „zuviel“ an Schleimhaut bewusst oder Sie husten bzw. hüsteln. Beides erfordert ein bewusstes Unterbrechen des Räusperzwangs. Das ist anfangs komisch und durchaus anstrengend, aber es lohnt sich. Nach kürzester Zeit haben Sie jedoch das Gewohnheitsmuster unterbrochen und der Gesundung Ihrer Stimme steht nichts mehr im Weg.

Notfalltipp bei Stimmverlust

Falls die Stimme doch einmal völlig wegbricht, gibt es einen Tipp für absolute Notfälle. Stellen Sie sich z.B. vor, Sie müssen einen Vortrag vor 300 Personen halten und eine Stunde vor Beginn versagt Ihre Stimme.

Folgendes hat sich bereits mehrmals in der Praxis bewährt: Man nehme eine Tasse heiße Milch (ich höre förmlich schon die ersten stöhnen „Uagh!“), dann lösen Sie 10-15 Emserpastillen ohne Menthol darin auf. Das Gebräu trinken Sie schluckweise! Ja, es schmeckt genauso wie es klingt, aber es hilft. Garantiert! Die heiße Milch schleimt Ihre trockenen und entzündeten Stimmlippen und das Emser Salz gibt in dieser Konzentration einen Befeuchtungsschub für die nächsten Stunden. Damit kommen Sie über die nächsten Stunden und haben eine gut geschmierte Stimme. Nach Ihrem großen Sprechauftritt ist dann aber auf jeden Fall Stimmruhe angesagt.

Stimmruhe ist angesagt!

Stimmruhe meint nicht nur, dass Sie still sind. Sondern auch: Keine Lautquellen im Raum – also kein Fernseher, Radio oder viele sprechende Menschen. Die Spiegelneuronen in unserem Gehirn lassen unsere Stimmlippen unbewusst leicht mitvibrieren. Sie brauchen daher länger, bis Sie wieder fit sind.

 

Stimm- und Sprachmusteranalyse

  • Kennen Sie Ihr Sprechpotenzial?
  • Wollen sie wissen, wie Sie auf andere wirken?
  • Wünschen Sie sich mehr Kompetenz, Klarheit oder Glaubwürdigkeit?

Dann holen Sie sich eine Stimm- Sprachmusteranalyse mit meinen Schnupperstunden