Aufmerksamkeit ist die Währung unserer Zeit. Viele Präsentatoren bekommen dies auch in ihren Vorträgen zu spüren. Die Aufmerksamkeit der Zuhörer (über einen längeren Zeitraum) halten zu können, ist die große Kunst der Stunde geworden. Mit welchen einfachen Tipps und Werkzeugen dies gelingt, darum geht es in diesem Artikel.

Wollen Sie, dass Ihre Zuhörer einschlafen? Erschlagen Sie Ihre Zuhörer mit einer Folie nach der anderen? Das verbreitet gähnende Langweile, und eines ist sicher – Sie reden an den Menschen vorbei. Wollen Sie Menschen für ein Thema begeistern, tun Sie gut daran, es zu ihrem Thema zu machen. Das geht einerseits über interessante Inhalte. Am besten mit Inhalten, die diese Menschen betreffen. Andererseits gibt es auch technische Möglichkeiten, die Zuhörer einzubeziehen. Dann entsteht etwas Wunderschönes – dann entsteht Interaktion.

1. Rhetorische Fragen

Rhetorisch sind Fragen, die nicht direkt beantwortet werden sollen.  Sie haben jedoch den unschlagbaren Vorteil das Gehirn anzuregen. Denn eine Frage zwingt uns zum Nachdenken – ob wir wollen oder nicht! …und dann sind wir sehr aufmerksam! Ein Beispiel: „Haben Sie sich schon mal mit Ihrer Stimme beschäftigt? (Pause) Vielleicht nicht, sicher aber mit der Stimme von anderen……“

2. Schätzfragen

Der Vorteil: Die Anwesenden müssen mitdenken und es bietet sich damit ein wunderbarer Einstieg in ein Thema an.

3. Kurzübung für die Zuhörer

Für 1-2 Minuten setzen sich die Zuhörer alleine oder als Paar mit einer Aufgabe auseinander oder üben bzw. probieren einen Inhalt aus. Dies kann als körperliche Aktivität „Bitte alle aufstehen!“, als Übung „Versuchen Sie mit eingerollter Zunge Ihren Nachbarn zu begrüßen!“ oder aber als Auseinandersetzung mit einem Inhalt passieren „Was glauben Sie, warum klingt die Stimme auf Band so ungewohnt?“.

4. Abstimmungsfragen

Abstimmungsfragen sind ebenfalls ein wirkungsvolles Mittel der Interaktion bei Vorträgen und Präsentationen. Sie sind sehr gut geeignet, um ein Thema in die Nähe der Zuschauer zu rücken und die Menschen gleichzeitig zu einem Teil des Geschehens zu machen. Abstimmungsfragen sind solche Fragen, die sich mit einem einfachen Handzeichen beantworten lassen: „Wer war schon mal in Wien? Wer ist heute mit den Öffis gekommen? Wer hat sich schon mal mit der eigenen Stimme beschäftigt? Wer hätte lieber eine tiefere Stimme? Wer möchte mehr über Körpersprache erfahren?“

Einen garantierten Lacher haben Sie, wenn Sie 3 aufeinanderfolgende Fragen stellen, wobei die 3. den Lacher erzeugt.

Ein Beispiel aus einem erst kürzlich besuchten Vortrag:

  1. Wer von Ihnen hat Kinder?
  2. Wer hat keine Kinder?
  3. Wer glaubt, dass er keine Kinder hat?

Danach ist die Stimmung gelöst und die Aufmerksamkeit aller im Raum ist Ihnen sicher.

Mit Abstimmungsfragen können Sie das Publikum nicht nur abholen, sondern auch in die Gestaltung der Inhalte einbeziehen. So könnten Sie z. B. über diese Fragen abstimmen lassen und den Rest des Vortrags anhand des Ergebnisses unterschiedlich gestalten.

Dies lässt sich auch technisch wunderbar unterstützen. Dafür gibt es mittlerweile einfach anzuwendende Tools. In der Basisvariante sind die meisten Apps auch kostenlos.

Wie das funktioniert? Sie als Vortragender verwenden das System in einer App oder Software auf Ihrem Laptop, wo Sie passende Abstimmungsfragen zu Ihrem Vortrag hinterlegen können. Während des Vortrags können Ihre Zuhörer dann, z. B. über einen Link oder einen Code zur Veranstaltung bzw. Umfrage, ganz einfach auf ihren eigenen Smartphones abstimmen. Das Ergebnis können Sie anschließend visuell ansprechend aufbereitet live in Ihre Bildschirmpräsentation einbinden. Fertig!

So können Sie Ihre Zuhörer ganz konkret mit sicht- und messbaren Ergebnissen in Ihren Vortrag einbeziehen.

Hier einige Beispiele dieser Werkzeuge mit unterschiedlichen Möglichkeiten:

Mentimeter (menti.com)

Genially (https://www.genial.ly/)

Beekast (https://www.beekast.com)

Slido (https://www.sli.do)

POPin (popin.live)

org (www.voxr.org)

Polleverywhere (https://www.polleverywhere.com/)

Socrative (https://socrative.com)

u.v.m.


Ihr Vorteil einer technisch unterstützten Einbeziehung der Zuschauer:

Ihre Glaubwürdigkeit steigt, das Publikum fühlt sich abgeholt und persönlich angesprochen.

Außerdem wirken Ihre Inhalte ansprechend aufbereitet und viel nachhaltiger.

Ein Beispiel: „Wie Sie selbst sehen können, wünschen sich 84 Prozent von Ihnen mehr Anerkennung von Ihrem Vorgesetzten“. Diese Aussage wirkt unterstützt von der entsprechenden Grafik ganz anders als eine abstrakte Aussage wie „Viele Mitarbeiter wünschen sich Respekt“.


Menschen wollen mit Menschen sprechen. Dies gilt auch für einen Vortrag. Zuhörer wollen spüren, dass der Sprecher wirklich an ihnen interessiert ist, ihnen etwas geben will. Am besten gelingt dies in dem Sie Ihr Publikum einbeziehen. Die neuen Abstimmungs-Tools ermöglichen Ihnen das einfach, professionell und auch ästhetisch ansprechend. Versuchen Sie es doch einfach einmal!


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