Die Stimme macht STIMMung und beeinflusst damit, wie wir Menschen wahrnehmen. Das gilt auch für Video-Konferenzen. Das Überraschende dabei: Laut einer Studie wirken Frauen online weniger kompetent. Dieser Nachteil liegt nicht an den Frauen, sondern an der Technik. Hier erfährt Frau, was sie machen kann, um trotzdem etwas kompetenter und charismatischer zu klingen.

Im Rahmen einer Studie der Uni Magdeburg und der Uni Sønderborg in Dänemark haben zwei professionelle Sprecher und zwei Sprecherinnen belanglose Sätze eingesprochen. Diese  Aufnahmen wurden dann einer Gruppe von Probandinnen und Probanden vorgespielt. Einmal in guter, originaler Aufnahmequalität, und dann erneut, nachdem die Stimmen auf verschiedene Arten komprimiert wurden. Danach mussten die Testpersonen einen Fragebogen ausfüllen und bewerten, wie visionär oder charismatisch eine Person klingt. Einmal mit und einmal ohne Kompression. 

Das Ergebnis der Studie überrascht: Mit Kompression werden Frauenstimmen weniger gut bewertet. Bei einigen Arten der Kompression sogar signifikant schlechter. In guter Qualität werden Frauenstimmen dagegen ein bisschen positiver bewertet als Männerstimmen.

Doch woran liegt das? Bei der Kompression gehen bestimmte Stimm-Merkmale, die dafür sorgen, dass eine Stimme als charismatisch wahrgenommen wird, bei Frauenstimmen öfter verloren. Solche Merkmale können zum Beispiel sein: Stimmelodie, Tonhöhen und -tiefen, Varianz oder Klangfülle.

Bei der Audio-Kompression werden relativ mehr Höhen weggenommen und dies betrifft Frauenstimmen häufiger. Dieser Verlust hat einen negativen Einfluss auf die Wahrnehmung durch Andere. Neben den Tonhöhen werden auch noch andere Frequenzanteile abgeschwächt, was die Stimme weniger charismatisch klingen lässt. 

Auch Zoom, MS Teams, Skype und Co. komprimieren unsere Stimme. Das heißt konkret, die Audioaufnahmen werden „kleiner“ gemacht, damit die Online-Konferenzen stabil laufen. Damit wird jedoch auch die Qualität gesenkt. Dass dabei Stimm-Merkmale verloren gehen, ist naheliegend. Genau diese Komprimierung geht eben für Frauen deutlich schlechter aus, als für ihre männlichen Kollegen.

So werden Stimmen laut die Kompressionstools in Zukunft anders zu konzipieren, um die Authentizität der Stimmen nicht zu untergraben.

Hier ein paar Tipps wie Sie in Online-Meetings trotz Technik überzeugend und charismatisch wirken können. 

Tipp 1 – Stehen Sie!

Ja, es klingt erstmal ungewohnt in Meetings zu stehen. Doch die Körperspannung ist deutlich besser im Stehen und Ihre Stimme wird es Ihnen danken. Einfach ein Stehpult einrichten, notfalls ein hoher Tisch mit Büchern und Boxen zusätzlich erhöht, den Computer draufgestellt und schon haben Sie einen Steharbeitsplatz. Wenn auch nicht für ständig, so sorgt dies doch für Abwechslung und mehr Bewegungsfreiheit. Die Stimme wirkt sofort natürlicher und gut gespannt.

Tipp 2 – Testen Sie Ihre Lautstärke!

Die schönste Stimme wirkt mit einem zu lauten oder zu leisen Mikrofon unangenehm. Testen Sie die Lautstärke vorab mit KollegInnen in einem Probemeeting und holen Sie sich hier ein Feedback. Nur so können Sie in den Audioeinstellungen die Lautstärke dann optimal einstellen. Hier lohnt natürlich auch die Investition in ein gutes Mikrofon.

Tipp 3 – Nehmen Sie sich auf!

Lernen Sie Ihre Stimme und Sprechweise kennen. Nehmen Sie sich mit Ihrem Mobiltelefon auf. Sie gewöhnen sich so leichter an Ihre Stimme. Variieren Sie ruhig ein wenig und tasten Sie sich so an Ihre Stimme heran. Spielerisch und leicht. So gewinnen Sie Sicherheit, die Ihnen dann im Online-Meeting wieder zu Gute kommt.

Tipp 4 – Summen Sie!

Summen wärmt die Stimme auf und sorgt für Fülle und einen angenehmen Klang. Und warmen Stimmen, die angenehm entspannt klingen, hören wir lieber zu. 

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Tipp 5 – Deutlichkeit siegt!

Wer deutlich spricht, wird besser verstanden. Und wer besser verstanden wird, wirkt kompetenter. Das Sitzen vor dem Bildschirm lässt viele erstarren. Ohne Bewegung der Hände und mit wenig Mimik leidet dann auch der Ausdruck der Stimme. Diese wird monoton und das klingt auf Dauer langweilig. Aktivieren Sie Ihre Sprechwerkzeuge z.B. mit dieser Übung. Öffnen Sie den Mund 2 Finger hoch bei jedem „A“ nun sprechen Sie den Satz: 

„Am Abend aß Abraham Ananas.“ Dieser Satz dreimal wiederholt bringt sofort mehr Deutlichkeit.  

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Viel Spaß!

Ihre Barbara Blagusz