Nein sagen – So geht’s leichter!

 

Den meisten von uns fällt es schwer, nein zu sagen. Und noch schwerer können wir sozialverträglich nein sagen. Aber manchmal muss es doch sein, denn oft fühlen wir uns von einer Bitte überrumpelt oder haben gar keine Zeit oder Lust, jemandem einen Gefallen zu tun.

Im Nachhinein ärgern wir uns dann über unser ja. Wie Sie sozialverträglich nein sagen können, so dass Ihr Gegenüber nicht gekränkt oder beleidigt ist, lesen Sie hier

 

Nein sagen fällt schwer

 

Hassen Sie es nicht auch, „Nein“ zu sagen? Sozialverträglich nein sagen scheint oft ein Ding der Unmöglichkeit. Man fühlt sich unwohl, will den anderen nicht verletzen oder vor den Kopf stoßen. Und doch kennen die meisten von uns Situationen, wo wir uns im Nachhinein ärgern, nicht „Nein!“ gesagt zu haben. Zum Beispiel

 

  • wenn Sie wieder einmal eine unangenehme Arbeit für jemanden übernehmen sollen,
  • wenn jemand Sie immer wieder um etwas bittet, das Sie gar nicht tun wollen,
  • wenn Ihr Chef Sie wiederholt bittet, nach der Arbeit doch etwas länger zu bleiben u.v.m.

 

Gerne sind wir bereit, ab und zu unsere eigenen Interessen hinten anzustellen. Doch eben nicht immer. Heute werden wir uns damit beschäftigen,

 

  • wie Ihnen dieses Nein! leichter fällt,
  • wie Sie sozialverträglich Nein sagen können,
  • welche Formulierungen Sie wählen können, um dieses Nein! für Ihr Gegenüber „annehmbar“ zu machen.

 

Vor allem im engsten Umfeld wird das Nein zum Problem: 57 Prozent der Männer und 61 Prozent der Frauen können ihren Freunden nur schwer etwas abschlagen. Offenheit gegenüber dem Partner? 52 Prozent der Männer und 46 Prozent der Frauen sagen vorschnell ja. Dem Chef gegenüber gehen 47 Prozent der Frauen, aber nur 36 Prozent der Männer lieber den bequemen Weg der Zustimmung. Und 14 Prozent der Befragten können selbst ihrem Hund kein Nein entgegenbringen.

 

Siehe dazu auch den Artikel im Focus Wege aus der Gefälligkeitsfalle

 

 

Sozialverträglich Nein sagen: Es gibt viele Möglichkeiten

 

Es gibt viele unterschiedliche Möglichkeiten, damit Sie sozialverträglich „Nein“ sagen können. Manchmal braucht es einige Vorbereitung, denn damit Sie sozialvertröglich nein sagen können, kann es wichtig sein, dass Sie vorher darüber nachdenken – was Sie sagen wollen und warum. Damit Sie nicht im Nachhinein feststellen, dass ein „Nein“ an der richtigen Stelle besser gewesen wäre, als ein überrumpeltes „Ja“.

 

 

Achtung vor der Schnellschuss-Reaktion

 

Überlegen Sie, was Ihre übliche Reaktion ist, wenn jemand Sie mit einer Bitte konfrontiert wie: „Kannst du mir einen Gefallen tun?“. Oft sagen wir vorschnell „Ja” zu etwas, weil wir uns schlicht und einfach überrumpeln lassen. Bevor wir uns versehen, haben wir dann etwas zugesagt, was uns Stunden kostet oder überhaupt keinen Spaß macht.

 

 

Tipp 1 – worum geht’s?

 

Bevor Sie auf die Frage nach einem Gefallen antworten – stellen Sie eine Frage zurück – „Worum geht’s?“ – das gibt Ihnen zumindest kurz die Gelegenheit abzuwägen und überlegt zu antworten. Wenn Sie gleich „ja oder nein“ sagen, dann sind Sie damit bereits verpflichtet. Sagen Sie jedoch „Worum geht’s?“ erhalten sie eine kurze Pufferzeit, wo Sie sich anhören können, worum es geht und dann viel besser abschätzen können, ob Sie das wollen oder eben nicht.

 

 

Tipp 2– ein Zwischenschritt auf dem Wege

 

Sie müssen nicht auf der Stelle „ja” oder „nein” sagen, auch wenn der andere das gerne möchte. Sagen Sie mit ruhiger Stimme und nachdenklich abwägend: „Ich muss darüber nachdenken. Ich gebe Dir Bescheid.” Gut, wenn Sie auch einen Grund nennen können, warum Sie sich diese Bedenkzeit nehmen wollen. Ihr Vorteil: Diesen Grund können Sie gut im Vorfeld vorbereiten.

 

An ihrem Arbeitsplatz eignen sich dafür mehrere Gründe – „Ich mache das hier noch fertig“, „Ich habe heute noch einen wichtigen Termin“, „Ich habe bereits einer Freundin versprochen, ihr heute zu helfen“, oder „Ich bin am Wochenende nicht in der Stadt“.
Nennen Sie Gründe, hinter denen Sie stehen können – erfinden Sie nicht künstliche Ausreden. Hier geht es nur darum, Zeit zu gewinnen. Damit bestimmen Sie die Länge Ihrer Bedenkzeit und stehen nicht zusätzlich wieder unter Druck.

 

 

Sozialverträglich Nein sagen – aber wie?

 

Tipp 3 – Umlenken

 

Meine persönliche Formel für schlechte Nachrichten: Mit einem Seufzer zu Beginn! Klingen Sie wirklich bedauernd, meinen Sie es ehrlich! „Seufz! Ich würde Dir wirklich gerne helfen“ – dies beinhaltet, dass es nicht geht, aber dass Sie darüber nachdenken.
Dann spielen Sie den Ball zurück mit: „Ich frage mich, was Du da jetzt tun könntest?“ (oder „… wie Du das lösen könntest“ oder „…wen Du noch bitten könntest?“ Lesen Sie zu diesem Thema auch Bad News – So übermitteln Sie schlechte Nachrichten.

 

 

Ihr Vorteil!

 

Das Thema ist weg von Ihren Schultern, soll heißen – Sie sind weniger belastet und Sie signalisieren gleichzeitig, dass Sie ehrlich eine Lösung überlegen, die jedoch (leider!) nichts mit Ihnen zu tun hat – oder haben wird. Als Alternative können Sie auch sagen: „Ich habe einen anderen Vorschlag, was Du tun könntest!“

 

So können Sie sozialverträglich nein sagen, aber die Botschaft ist trotzdem klar. Sagen Sie dies in einem ruhigen, aber bestimmten Ton und gehen Sie am Satzende mit Ihrer Stimme nach unten. Klar und unmissverständlich. So verstärken Sie die Wirkung Ihrer Aussage noch.

 

 

Fällt es Ihnen noch immer schwer?

 

Wenn Sie sozialverträglich nein sagen wollen, dann funktioniert auch sehr gut folgende Formel: „Ich kann A nicht. Was ich jedoch kann ist B.“ So grenzen Sie sich gut ab, denn sie bieten auf einer anderen Ebene eine Alternative an. Das könnte dann so klingen: „Ich kann das leider nicht für dich tun. Was ich dir jedoch anbieten kann ist folgendes…“

 

 

Podcast Blagusz Stimmtraining Sprechtraining

 

 

Dies waren nun mehrere Möglichkeiten, wie Sie reagieren können und sozialverträglich nein sagen. Aus genau diesem Grund ist es wichtig, dass Sie etwas Zeit haben, bevor Sie klar ja oder nein Sagen – Zeit um Ihre Antwort zu überlegen, so, dass Ihr Gegenüber ein “Nein” auch annehmen kann.

 

 

Bis dahin – alles Gute und gute Stimmung
Ihre Barbara Blagusz

 

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