Leseprobe 

 

Sozusagen – die Erzählbar

Anekdoten, Metaphern, Zitate – Von der Praxis für die Praxis

 

Hilfreiche Metaphern

Seit über 20 Jahren sammle ich Metaphern, Geschichten und Anekdoten. Viele davon sind mir sehr hilfreich gewesen, wenn es darum ging, neue, teilweise komplexe Trainingsinhalte einfach und greifbar zu machen. Hier finden Sie nun eine Sammlung der für mich wichtigsten und brauchbarsten Metaphern. Sie sollen Ihnen Hilfe, Brücke und Unterstützung sein auf Ihrem Weg Inhalte besser verständlich zu machen. Die Quellen sind oft nicht bekannt. Viel wichtiger ist jedoch die Botschaft, die diese Metaphern aussenden.

In einem Dorf lebten einmal zwei junge Burschen, die nur Spaß in Ihren Köpfen hatten. Auf einem hohen Berg in der Nähe ihres Dorfes lebte ein alter Greis, von dem die Leute sagten, dass er alles wisse. Die beiden Jungen hatten sich nun in den Kopf gesetzt, dem alten Greis eine Frage zu stellen, die er nicht beantworten konnte.

 Stundenlang saßen sie auf einer Wiese und überlegten und überlegten, welche Frage sie dem Alten stellen könnten und hatten folgende Idee: Wir nehmen eine Taube, halten sie hinter den Rücken und fragen den Alten: „Lebt diese Taube oder ist sie tot? Wenn er sagt, dass der Vogel lebt, dann drücke ich meine Hände zusammen. Wenn er aber sagt, dass der Vogel tot ist, dann lasse ich ihn fliegen! Gleich, was er uns sagen wird, die Antwort ist falsch.“ Und so geschah es. Mit der Antwort des alten Mannes hatten sie jedoch nicht gerechnet. “Mein Sohn. Ob der Vogel tot oder lebendig ist, das liegt ganz in deiner Hand.”

Lieber Leser, ob dieses Buch und die darin enthaltenen Geschichten lebendig oder tot sind, liegt ausschließlich in Ihrer Hand. Was Sie aus dieser Lektüre machen, entscheiden ganz alleine Sie. Ich wünsch Ihnen, dass Sie das Beste daraus machen.

schöne Stunden und viel Erfolg.

Ihre Barbara Blagusz


Ob du denkst, du kannst es oder du kannst es nicht – in beiden Fällen hast du Recht.

Henry Ford

 

1. Ansichtssache

Einsatzmöglichkeiten: Perspektivenwechsel

Der Adler hörte einst viel Rühmens von der Nachtigall und hätte gerne Gewissheit gehabt, ob alles auf Wahrheit beruhte. Darum schickte er den Pfau und die Lerche aus, sie sollten das Federkleid der Nachtigall betrachten und ihren Gesang belauschen. Als sie wiederkamen, sprach der Pfau: „Der Anblick Ihres erbärmlichen Kittels hat mich so verdrossen, dass ich ihren Gesang gar nicht gehört habe.“ Die Lerche sprach: „Ihr Gesang hat mich so entzückt, dass ich vergaß, auf ihr Federkleid zu achten.“

 

Die Zukunft kann man am besten voraussagen, wenn man sie selbst gestaltet.

Alan Kay

 

2.   Problem oder Lösung

 Einsatzmöglichkeiten: einschränkenderGlaubenssatz

Vor Millionen von Jahren, als die Erde erschaffen  war, erschuf die Schöpfung die Ente und setzte sie in einen Teich. Die Ente wurde gefüttert und musste sich um nichts kümmern. Sie hatte daher keine Verantwortung. Nach einer Weile erschuf  die  Schöpfung dann den Adler. Dieser hatte ein viel spannenderes  Leben. Er konnte die höchsten Gipfel der Welt erreichen, er  schwebte hoch am Himmel und genoss seine grenzenlose  Freiheit. Dafür musste er sich allerdings sein Fressen selbst  suchen und damit die Verantwortung für sein eigenes Leben  übernehmen.

 Nun erschuf die Schöpfung den Menschen und gab diesem die Möglichkeit zwischen dem langweiligen Leben einer Ente und dem spannenden Leben eines Adlers zu wählen. Doch dann passierte etwas. Als die Menschen die Ente betrachteten, wollten viele nur die Vorteile haben,  aber den Preis dafür wollten sie nicht zahlen. Nun betrachteten die Menschen den Adler,  und auch hier wollten sie nur die Vorteile genießen, die das Leben eines  Adlers mit sich bringt. Doch den Preis wollten sie auch  hier nicht bezahlen.  

So kam es, wie es kommen Musste Die meisten Menschen  konnten sich einfach nicht entscheiden: Ente oder Adler? Die  Schöpfung machten dies dem Menschen zur Lebensaufgabe, Seit dem wohnen zwei Seelen in seiner Brust: die einer Ente, die  immer nur schnattert und über den Rand des eigenen Teiches nicht  hinausblickt und die eines Adlers, der frei und majestätisch  seine Kreise zieht und die Freiheit genießt. Jeder Mensch hat  beides in sich und kennt beide Zustände: den einer Probleme  suchenden Ente und den des lösungsorientierten Adlers.