Vor kurzem hatte ich ein Interview mit dem Thema selbstsichere Körpersprache und wie diese zu erreichen ist. Dazu heute ein paar Gedanken:

 

1) Ein selbstbewusstes Auftreten ist für einen guten Vorsatz wichtig. Wie kann ich trainieren, dass nicht meine Schultern hängen oder die Hände zittern, wenn es darauf ankommt? 

 

Mit hängenden Schultern und einem eingezogenen Kopf machen wir uns kleiner. Körpersprachlich gesehen, ordnen wir uns damit unter. Dazu passen dann auch die zitternden Hände. Das sind alles sehr alte überwiegend unbewusste körpersprachliche Signale, die wir da aussenden und gelernt haben als Unsicherheit zu interpretieren. Mein Tipp: Richten Sie sich bewusst auf – Schultern zurück, Kopf hoch, dass Kinn etwas angehoben. Das hebt Sie auch innerlich auf Augenhöhe. Darauf reagiert Ihr Gesprächspartner ebenfalls unbewusst, denn Sie haben sich so in eine starke und selbstsicherere Position gebracht.  

 

2) Brauche ich andere als “Spiegel” oder kann ich ganz für mich alleine eine Sicherheit in meiner Körpersprache entwickeln? 

 

Das können sie auch ganz alleine entwickeln – vielleicht sogar besser alleine. Denn Veränderungen an diesen unbewussten Mustern müssen bewusst unterbrochen werden und das übt sich besser Off Stage d.h. hinter der Bühne. Hängen Sie sich immer wieder mal einen unsichtbaren Superman-Mantel um und gehen Sie ein paar Schritte ganz bewusst mit dieser inneren Haltung. Sie werden die Veränderung sofort bemerken. Sie fühlen sich stärker und selbstbewusster. Wenn Sie so in ein Gespräch gehen oder eine Vortragsbühne betreten, haben Sie von Beginn an einen starken 1. Eindruck gemacht.
 

Lesen Sie auch “Der Körper lügt nicht – So erkennen Sie Machtposen 

 

 

3) Worauf kommt es denn bei einer selbstsicheren Körpersprache an? Worauf sollte ich vielleicht eher den Fokus legen, um Unsicherheit zu überspielen? 

 

Eine selbstsichere Körpersprache hängt immer mit einer entsprechenden inneren Haltung zusammen. Beides können Sie trainieren und beide Ebenen wirken wechselweise aufeinander. Wollen Sie selbstsicher wirken, dann gehören langsame statt hektische Bewegungen genauso dazu, wie das Aufrichten und der stabile Stand. Man spricht da nicht umsonst von „schwanken“. Achten Sie darauf, auf beiden Beinen zu stehen, die Knie nicht ganz durchgestreckt und verwurzeln Sie gedanklich mit dem Boden. Das können sie auch während eines Gesprächs machen, wenn Sie merken, dass Sie unsicher werden.
 

4) Für viele ist ja auch das “rot werden” ein Thema. Ein Problem, das ich scheinbar überhaupt nicht beeinflussen kann. Oder doch? 

 

Rot werden ist ebenfalls ein Zeichen erhöhter Anspannung. Menschen die zum rot werden neigen, haben oft solche Panik davor, dass es die Angst vor der Angst ist, die die Sache noch verschlimmert. Hier hilft Ablenkung am besten: Atmen Sie 2-3 Atemzüge ruhig und tief. Konzentrieren Sie sich auf Ihren Gesprächspartner und weniger auf sich selbst.  

  

5) Was ist, wenn ich in einem wichtigen Gespräch merke, dass meine Körpersprache gerade auf Nervosität steht… Kann ich zitternde Hände oder eine unsichere Körperhaltung in dem Moment noch korrigieren? 

 

Korrigieren können Sie immer – in dem Sie bewusst gegensteuern und sich nicht von Ihrer Angst übermannen lassen. Bereiten Sie sich dazu, in Ruhe, versteckte Anker vor. Das kann ein inneres Mantra sein – ein Satz wie „Ich bin stark, alles ist gut!”. Diesen sprechen Sie in Ihrem Kopf aus. Oder auch eine Fingerposition. Wie das berühren von Daumen und Ringfinger: Wenn Sie diese Position in Ruhezeiten immer wieder damit verknüpfen, dass es Ihnen Entspannung bringt, können sie dies auch in besonderen Stresssituationen hilfreich anwenden.  

 

Holen Sie sich meine Checkliste “Körpersprache erkennen“. So wird es Ihnen leichter gelingen, Körpersprache richtig zu deuten und entsprechend zu reagieren.