Sie wollen ruhig arbeiten, aber ihr Kollege telefoniert so laut, dass das ganze Büro zuhören muss? Das kann sehr nervig sein und viel Energie kosten. 

Das Problem: vielen „Laut“-sprechen ist dies gar nicht bewusst. Hier erfahren Sie 3 Tipps, was Sie in dieser Situation tun können.

Sprechen mehrere Menschen gleichzeitig, entsteht ein gewisser Lärmpegel. Dies ist in einem Büro mit mehreren Mitarbeitern an der Tagesordnung. Dazu braucht es auch kein Großraumbüro mit 20 oder mehr Mitarbeitern, da reichen schon 3 oder 4 Kollegen in einem Büro. Telefonieren mehrere gleichzeitig, erleben wir 2 Sprechvarianten: 1. Der Sprecher wird leiser und versucht sich zu konzentrieren oder was sehr häufig passiert: der Kollege wird lauter und versucht meist unbewusst den Lärmpegel zu dominieren. 

Bei genauerer Betrachtung ist es gar nicht so sehr die Lautstärke – wie das sogenannte „ in die Breite sprechen“ – was die restlichen Kollegen im Raum als anstrengend empfinden. Ein Breitsprecher adressiert unbewusst alle anderen Menschen im Raum. D.h. er oder sie spricht nicht nur mit dem Gesprächspartner am Telefon, sondern schickt die Botschaft auch an alle anderen. Was auf der Theaterbühne wunderbar wirkt und auch wichtig ist, wenn der Schauspieler beim Dialog die Stimme bis in den letzten Winkel des Publikumsraum schickt, ist im Büro schlichtweg fehl am Platz. 

Die Kollegen müssen über den Tag viel Energie aufwenden, um diese an sie adressierten Botschaften aktiv wegzublenden. Das kostet Kraft und Nerven. Viele Büromitarbeiter kennen das vermutlich, wie angenehm es sein kann, wenn man zufällig einmal alleine im Büro sitzt und in Ruhe telefonieren kann. Ist dann das üro wieder voll, steigt der Stresslevel. Unterschätzen Sie diesen Energieaufwand nicht – er ist beträchtlich und führt zu einer Dauerstressbelastung, die sehr unangenehm sein kann.

Warum überhaupt Breitsprechen?

In meinen Telefontrainings werde ich dies immer wieder gefragt. Jede Sprechsituation erfordert eine anderen Stimmeinsatz. Was wie erwähnt auf der Theaterbühne gebraucht ist, verfehlt seine Wirkung auch auf der Familienfeier nicht, wenn ich mich scheinbar mit meinem Sitznachbarn unterhalte, eine Botschaft jedoch so ausspreche, dass auch die anderen mitbekommen, was ich gerade sage. Diese Art zu sprechen, oft frühkindlich angewöhnt, entwickelt dann schnell eine eigene Dynamik.

Wichtig ist, dass die lauten Kollegen diese Sprechweise sehr wahrscheinlich nicht bewusst einsetzen. Oftmals wissen sie selbst gar keine Lösung, selbst wenn ihnen bewusst ist, dass sie laut sprechen.

Was also tun?

Es gibt mehrere Möglichkeiten, wie Sie mit dieser Situation umgehen können. Hier ein paar Tipps, was Sie selbst tun können, sollten Sie zu den lauten bzw. „Breitsprechern“ gehören und dann noch ein paar Tipps für die leidgeprüften Ohren der anderen.

Tipps für laute Sprecher

  1. Verwenden Sie ein volles Headset, welches beide Ohren abdeckt. Ähnlich der Kopfhörer, die bei den Mobiltelefonen verwendet werden. Untersuchungen haben gezeigt, dass klassische „Breitsprecher“ plötzlich kanalisiert sprechen können. Damit haben Sie nicht mehr das Bedürfnis die Lautstärke im Raum übertrumpfen zu müssen. Es hilft nicht in allen Fällen, einen Versuch ist es jedoch wert.

  2. Lernen Sie kanalisiert zu sprechen. Nehmen sie dazu ein Kartonrohr, wie von einer leeren Küchenpapierrolle zur Hand. Halten Sie das Kartonrohr ca. 10 cm vor Ihren Mund und sprechen Sie dann einige Sätze mit der Absicht, dass Ihr Stimmschall ausschließlich in diese Öffnung gelangen soll. Ähnlich wie wenn wir jemandem ein Geheimnis verraten. Auch dies wird kanalisiert gesprochen. Machen sie dies immer wieder zwischendurch und werden Sie sich dieser neuen Stimmqualität bewusst.

  3. Suchen Sie sich, wenn möglich, einen guten Büroplatz im Raum. Arbeiten Sie mit allen möglichen Hilfsmitteln, um den Arbeitsplatz akustisch abzuschirmen. Sprechen Sie in Richtung Wand oder Fenster, verwenden Sie große Pflanzen oder Trennwände. Manchmal ist es sogar möglich Telefonboxen aus Plexiglas aufzustellen. Dann können Sie Ihre lauten Sprech- bzw. Marktschreier-Qualitäten weiter ausleben, und die anderen können in aller Ruhe arbeiten.

Tipps für geplagte Kollegen

  1. Sprechen Sie das Problem an. Vielen Kollegen ist ihre Sprechweise oft nicht bewusst. Hier ist Fingerspitzengefühl gefragt. Schließlich muss man weiter zusammenarbeiten. Wichtig ist jedoch: Wir alle können ein Verhalten erst verändern, wenn uns die Sache bewusst gemacht wird. Nur zu!

  2. Zeigen Sie die rote Karte! Was wie ein Scherz klingt, funktioniert in der Praxis oft wahre Wunder. Vereinbaren sie ein Signal – wie eine rote Karte, die sie dem Kollegen zeigen, wenn dieser wieder mal loslegt. Dies sollten Sie jedoch vorab vereinbaren, damit auch allen Beteiligten klar ist, wie es gemeint ist.

  3. Setzen Sie selbst ein volles Headset auf. Dann hören Sie den Lärmpegel weniger und können Sie besser konzentrieren.

  4. Wenn alles nicht hilft, fragen Sie ein eigenes Büro an oder verlegen Sie wichtige Telefonate in einen leeren Besprechungsraum. Hier ist ein wenig Kreativität gefragt, die sich jedoch mit mehr Lebensqualität auszahlt.

Ich wünsche Ihnen viele Erfolg damit.

Wenn Ihnen der Blog gefallen hat, dann lassen Sie mir doch einen kurzen Kommentar, was bei Ihnen im Büro funktioniert.

Bis dahin. 

Stimmigen Gruß Ihre Barbara Blagusz



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