Körpersprache und Stimme im Mitarbeitergespräch: Erkennen Sie diese Signale?

Der Körper lügt nicht. Und die Stimme macht hörbar, wie Sie innerlich gestimmt sind. Wer diese Signale entschlüsseln kann, ist im Vorteil! Besonders wichtig sind Körpersprache und Stimme in heiklen Gesprächen, wenn es also ans „Eingemachte“ geht.

Sprache des Körpers

Wenn Sie gut auf die Körpersignale sowie den Stimmklang im Gespräch achten, können Sie besser erkennen, ob Ihr Mitarbeiter

  • verstanden hat, was Sie gesagt haben
  • das Gesagte nur abnickt oder auch innerlich akzeptiert,
  • Angst hat oder Widerstand aufbaut oder 
  • Ihnen offen und neutral gegenübertritt und
  • sich am Arbeitsplatz und im Unternehmen wohlfühlt.

Im besten Fall erfahren Sie auch etwas über die Stimmung insgesamt im Unternehmen.

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Beispiel: Körper- und Stimmsignale richtig deuten

Herr Wagner arbeitet an einem Projekt gemeinsam mit anderen Kollegen. Sie sprechen ihn in einem Mitarbeitergespräch darauf an. Herr Wagner lobt die Zusammenarbeit äußerst positiv. Sie merken jedoch, dass er die Lippen zusammenpresst, Ihrem Blick immer wieder ausweicht und nach einer längeren Pause sehr schnell spricht. Sie bemerken das und sprechen später einen weiteren Kollegen darauf an. Sie nehmen dies zum Anlass, später bei einem weiteren Mitarbeiter nachzuhaken. Dabei stellt sich heraus, dass es einige Differenzen zwischen Herrn Fendt und seinem Kollegen, Herrn Moser, gab.

Sie sehen: Die Körpersprache kann eine wichtige Möglichkeit sein, um herauszufinden, was jemand verbal nicht äußern kann, sondern aus Angst vor Schwierigkeiten vielmehr verstecken will. Denken Sie nur an das Thema Kritikgespräch.

Wichtig für Sie zu wissen: Welcher Stimmtyp bin ich?

Emotion im Körper

Besonders aussagekräftig sind die Signale, wenn es um heikle Themen geht. Bei Kritik, persönlichen Angriffen oder Ungerechtigkeiten reagieren die meisten Menschen sehr intensiv. Auch wenn viele sich nicht anmerken lassen wollen, dass sie sich angegriffen fühlen, man sieht es und vor allem, man hört es! 

Als Vorgesetzter oder Kollege ist es jedoch entscheidend zu erfahren, wie die Kritik tatsächlich aufgenommen wird. Ob nach außen zwar alles ganz „cool“ zu sein scheint, der Kollege sich Ihre Hinweise aber tatsächlich zu Herzen nimmt. In jedem Fall ist es ein Vorteil, wenn Sie all dies zu deuten wissen. 

Beispiel: Die richtige Reaktion je nach Körpersignal

Mehrere Kollegen haben sich indirekt über eine Kollegin, Fr. Siebenhaar, beschwert, weil sie unfreundlich zu Kunden und Kollegen sei. Darauf angesprochen, wirkt Fr. Siebenhaar zuerst überrascht, dann jedoch geknickt und gelobt Besserung. Dabei spricht sie mit gepresstem Kiefer, runzelt häufig die Stirn und die Stimme klingt hart und aggressiv. 

Das zeigt Ihnen, dass Fr. Siebenhaar die Vorwürfe in Wirklichkeit entweder für völlig unberechtigt hält oder, dass sie verärgert darüber ist, dass sie „verpetzt“ wurde und sie sich nun vor Ihnen rechtfertigen muss. 

Ihr Gefühl und die nonverbalen Signale sagen Ihnen, dass hier wohl mehr dahintersteckt. 

Als Sie dann erneut sensibel nachfragen, erfahren Sie schließlich, dass Fr. Siebenhaar Probleme mit einem kranken Kind hat. Sie ist frustriert, weil ihr Wunsch nach einer flexibleren Arbeitszeit mit einem Home-Officetag nicht bedacht wurde. Gemeinsam suchen Sie nun nach einer konstruktiven Lösung. Statt frustriert und aufgebracht, verlässt Frau Siebenhaar Ihr Büro nun mit einem guten Gefühl, weil sie sich von Ihnen verstanden fühlt und doch noch eine Perspektive für sich sieht.

Noch ein paar Tipps lesen Sie hier: Lassen Sie den Körper sprechen

Versuchen Sie doch im nächsten Gespräch ganz bewusst auf die Körpersprache und Stimme Ihres Gegenübers zu achten.

Wo fallen Ihnen Ungereimtheiten auf?

Was haben Sie schon einmal „falsch“ interpretiert?




Viel Spaß dabei!
Barbara Blagusz