3 Tipps für den Umgang mit heiklen Botschaften

„Kollege, Du stinkst!“ So klar die Botschaft, so schwierig ist es diese sozial verträglich zu übermitteln. Damit keine schlechte Stimmung aufkommt, gehen die meisten solchen unangenehmen Gesprächen deshalb am liebsten aus dem Weg. Aber einfach „Nase zu und durch“ ist auch keine Lösung, wenn man mit dem Kollegen noch ein paar Jahre lang das Büro teilen muss. Was also tun?

Geruch ist nicht gleich Geruch

Riecht es nach mehreren Stunden im Beprechungsraum unangenehm, sind alle erleichtert, wenn das Fenster geöffnet wird. Betrifft der üble Geruch jedoch einen Kollegen oder Mitarbeiter im Speziellen, ist die Kommunikation deutlich unangenehmer. Dann sind Sie als Kollege oder Führungskraft gefordert.

Wann sprechen Sie als Führungskraft den unangenehmen Körpergeruch eines Mitarbeiters an

In dieser Situation fühlt sich niemand wohl. Die Kollegen gehen auf Abstand, tuscheln hinter dem Rücken; der betroffene Mitarbeiter merkt auch, dass etwas nicht stimmt. Die Führungskraft windet sich. Alles nur, weil niemand weiß, wie man dieses Tabu-Thema ansprechen kann. 

Schnell werden diese Kollegen abgestempelt. Durch den Halo Effekt (dieser besagt, dass eine Eigenschaft eines Menschen auf den gesamten Menschen abstrahlt) wird dem Kollegen schnell Schlampigkeit, Ungepflegtheit oder eine schlechte Kinderstube unterstellt, ohne die Ursachen zu kennen und ohne zu wissen, ob er selbst das Problem wahrnimmt. Der Betroffene spürt, dass er gemieden wird, aber versteht nicht, wieso.

Es ist daher die Aufgabe der Führungskraft, diese Dinge anzusprechen. Am besten, so frühzeitig wie möglich. Wann genau? Wenn das Problem regelmäßig auffällt und bevor die Ausgrenzung beginnt.  

Wie spricht man nun ein so emotional aufgeladenes und persönliches Thema gut an? Ganz sachlich? Wird wohl nicht gehen.

Klären wir zuerst, warum es denn so ein schwieriges Thema ist und wovor wir Angst haben.

Wir fürchten:

  • Den anderen zu verletzen
  • Die Beziehung zu gefährden.
  • Die Stimmung im Büro kippen zu lassen (was ohne Ansprache vermutlich ohnehin passiert)
  • Dass der Kollege sein Gesicht verliert
  • Dass wir unkontrollierbare Emotionen auftauchen, mit denen wir nicht umgehen können

Was Sie nicht tun sollten:

  1. Stellen Sie kein Deo auf den Tisch oder schenken sie dieses bei nächster Gelegenheit im Sinne von „Vielleicht versteht er der Hinweis!..“
  2. Vermeiden Sie Andeutungen und ironische Bemerkungen vor anderen. Dies beleidigt nur und führt zu schlechter Stimmung
  3. Sollten Sie von einem anderen Teammitlgied angesprochen werden, bitte Sie auch die Kollegen diese Äußerungen zu vermeiden und kümmern Sie sich möglichst rasch um ein persönliches ! Gespräch

Was Sie tun können:

  1. Sprechen Sie das Thema persönlich in einem 4 Augen-Gespräch an
  2. Wählen Sie dazu einen günstigen Zeitpunkt: nicht als erstes in der Früh, sondern vor der Mittagspause bzw. am Abend vor Büroschluss. Damit hat der Mitarbeiter die Möglichkeit direkt im Anschluss etwas dagegen zu tun
  3. Sprechen Sie das Thema direkt an – wie auch bei anderem Feedbackgespräche:
  4. Abholende Einleitung
  5. Botschaft/Wahrnehmung
  6. Konsequenz/Bedeutung + Pause
  7. Bei sehr heiklen Botschaften – eigene Erfahrungen
  8. Bitte/Wunsch/Erwartung für die Zukunft.

ein Beispiel:

Einleitung: „Ein Thema habe ich noch, das mir zwar etwas schwer fällt, das mir aber trotzdem wichtig ist.”

Botschaft/Wahrnehmung: „Mir ist aufgefallen, dass du schnell schwitzt und dann für mein Empfinden sehr stark riechst.“ 

Konsequenz/Bedeutung: „Mein Impuls ist dann, auf Abstand zu gehen, wofür es aber sonst gar keinen Grund gibt und was ich als unhöflich empfände.“

OB sich der andere nun äußert oder nicht, ist abhängig vom Mitarbeitertyp und der individuellen Situation. Möglich, dass der Mitarbeiter hier erklärt, warum und wieso oder sich auch überrascht zeigt. Dann wissen Sie, dass es ihm offenbar nicht bewusst war. 

Bitte/Wunsch/Erwartung für die Zukunft: Hier bitten Sie den Mitarbeiter in Zukunft besonders auf seine Körperhygiene zu achten. Gemeinsam können Sie dann nun Möglichkeiten besprechen, wie dies umzusetzen ist. Ersatzkleidung, Deo vor Ort, Kleidung öfter waschen etc. hilft hier Ideen zu bekommen. Auch kann vereinbart werden, ob die Kollegen informiert werden sollen bzw. den Kollegen darauf aufmerksam machen sollen, falls dies nicht selbst bemerkt wird. 

Bauen Sie eine emotionale Brücke und erzählen Sie von eigenen Erfahrungen mit unangenehmen Körpergerüchen, z.B: aus dem Sport. Das verbindet und zeigt, dass dies eine ganz normales, menschliches Thema ist, das lösbar ist. 

Zum Abschluss bedanken Sie sich einfach, dass Sie das Thema offen ansprechen konnten. Ist die Angst überwunden und die unangenehme Botschaft einmal heraußen, werden Sie erkennen, dass es auch nur ein Feedbackgespräch ist. Versetzen Sie sich in die Lage Ihres Mitarbeiters. Hätten Sie sich da nicht auch einen direkten menschlichen Umgang mit dem Thema gewünscht?

Was Sie noch tun können

  1. Stellen Sie Deos in die Toiletten – Dann machen Sie es Mann wie Frau leichter, auch wenn das eigene Deo einmal vergessen wurde.

Viele Erfolg!

Stimmigen Gruß

Barbara Blagusz



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