„Ich kann nicht singen!“

„Ich kann nicht vor Menschen sprechen!“

„Man hört mir nicht zu.“ 

„Ich kann nicht ...!“  

 

Jeder von uns kennt solche und ähnliche Sätze. Manche wirken positiv, manche leider nicht. Manche fördern unser Denken und Handeln und machen damit Entwicklung möglich, andere schränken uns ein und werden damit einer der größten Hemmschuhe, die uns bei unserer Weiterentwicklung im Wege stehen können.  

 

Was Glaubenssätze so mächtig werden lässt ist ihre Natur, sich selbst zu erfüllen. Das heißt, sobald Sie einen Glaubenssatz angenommen haben, wird dieser Glaubenssatz Ihr Denken, Ihre Emotionen und Ihr Verhalten sowie Ihre Wahrnehmung und Ihre Fähigkeit zu lernen, steuern, um sich selbst zu erfüllen. 

 

Richard Bandler, der Mit-Begründer des NLP, des Neurolinguistischen Programmierens, spricht von Glaubenssätzen als “Befehle an unser Nervensystem den Glaubenssatz zu verwirklichen“. So verwirklichen wir, was wir denken und noch mehr, wir verwirklichen, was wir glauben. Dieses System ist so stark, dass unser Gehirn alles ausblendet, was unserem Glaubenssatz widerspricht. Der Glaubenssatz wird unser Denken, Handeln und Fühlen so steuern, dass es wieder im Einklang mit dem Glaubenssatz steht. 

 

Die Welt ist das, wofür wir sie halten. 

Wenn wir also erst einmal einen Glaubenssatz angenommen haben, dann sieht die Welt tatsächlich so aus, als würde der Glaubenssatz stimmen. Ihre Realität sieht jedoch nicht so aus, weil die Welt tatsächlich so ist, sondern weil wir daran glauben, dass sie so ist. So als würden Sie sich eine Brille mit grünen Gläsern aufsetzen. Die Welt ist dann für Sie grün und Sie bemerken nicht mehr, dass Sie gerade eine grüne Brille aufgesetzt haben. Jeder Glaubenssatz funktioniert genauso. Hier liegt auch die Schwierigkeit bei der Veränderung von Glaubenssätzen.  

 

Dazu eine Geschichte nach Abraham Maslow:

Ein Patient hatte die Wahnvorstellung, eine Leiche zu sein und nahm deshalb keine Nahrung mehr zu sich. Die behandelnden Ärzte hatten bereits alles versucht, den Patienten von seinem Glaubenssatz abzubringen. Da hatte sein Therapeut eine Idee. Er fragte ihn: „Bluten Leichen?” Der Patient antwortete: „Nein, sie sind blutleer.” 

Der Therapeut war begeistert: “Dann kann ich Ihnen beweisen, dass Sie keine Leiche sind.” Er sticht den Patienten in den Finger, aus dem auch gleich ein Tropfen Blut quillt. Die Reaktion des Patienten mit erstauntem Gesicht: “Oh, Leichen bluten doch!”  

 

Wenn wir glauben, unsere Stimme sei nicht schön oder wir könnten nicht laut sprechen oder wir könnten niemanden begeistern, dann sorgen wir durch entsprechendes Handeln, Denken, Fühlen und Sprechen dafür, dass das auch Realität wird. Wir werden dann tatsächlich nicht gut darin sein (z.B. Präsentationen zu halten). 

 

Negative Glaubenssätze auflösen 

 

„Eine schöne Stimme ist angeboren!“

„Ich kann nicht singen!

„Man spricht nicht laut!“

„Mach den Mund zu!“

„Ich kann nicht dynamisch sprechen!“ 

 

Spricht Sie einer dieser Glaubenssätze an – Kennen Sie das von sich? Glaubenssätze wie diese können Sie ein Leben lang davon abhalten, Ihre Stimme und Sprechtechnik positiv zu verändern. Die Ursache ist der Glaube an den Glaubenssatz, und diesen gilt es zu entkräften. Wenn Sie Ihr volles Stimmpotential erforschen und entwickeln wollen, ist es unerlässlich eventuell hindernde Glaubenssätze aufzulösen und durch förderliche zu ersetzen. Dies ist gar nicht einfach, denn es gilt zuerst einmal den eigenen hinderlichen Glaubenssatz zu entdecken. 

 

 

Übung: Glaubenssatz verändern 

 

Überlegen Sie, welche Glaubenssätze in ihrem Leben einer positiven Stimmentwicklung entgegenstehen. Notieren Sie dazu einfach alle Aussagen, die Sie über Ihre Person stimmlich oder sprachlich für „wahr“ halten. Nehmen Sie dann diese Glaubenssätze und untersuchen Sie sie nach offenen oder verborgenen Generalismen. Ein Generalismus ist ein Wort wie „immer“ oder nie“, der den Glaubenssatz dann allgemeingültig für alle Situationen macht.  

Entschärfen Sie den jeweiligen Glaubenssatz in einem ersten Schritt, indem Sie einen „situativen Erlauber“ einführen. Formulieren Sie den Glaubenssatz um, indem Sie Worte wie „manchmal, in bestimmten Situationen darf ich“, „immer öfter“ etc. einfügen. 

 

So wird aus einem – „Ich kann nicht laut und kraftvoll sprechen!“ – ein  

„Manchmal ist es gut, lauter zu sprechen, denn mit einer kraftvollen Stimme kann ich mehr erreichen!“ 

 

Die Arbeit mit den Glaubenssätzen ist nicht von heute auf morgen zu lösen. Es bedarf oft einer langen Auseinandersetzung mit den Themen, die dahinterstehen. Es ist jedoch eine Arbeit, die sich am Ende immer lohnt. Mit dieser Übung können Sie den ersten Schritt in Richtung Veränderung gehen, in dem Sie verborgene Glaubenssätze bewusst machen. Entscheiden Sie nun, ob Sie den Glaubenssatz weiterhin behalten wollen, ob er Ihnen noch nützlich ist oder formulieren Sie einen positiven Glaubenssatz, der Ihre Vorhaben unterstützt wie z.B.: 

 

 „Mit jedem Kundengespräch fühle ich mich sicherer.“ 

„Wenn ich meine Stimme unterschiedlich einsetze, habe ich mehr Möglichkeiten.“ 

„Meine Stimme wird mit jedem Tag kräftiger.“ 

„Ich kann gut formulieren!“ 

 

Lassen Sie sich nicht länger von einem hemmenden Glaubenssatz von Ihrem Potenzial abhalten. Lassen Sie sich und Ihre Stimme so wirken, wie Sie es wollen. 

Ich wünsche Ihnen viel Erfolg dabei. 

Lassen Sie mich wissen, wie es Ihnen ergangen ist.