Worte haben Macht. Worte erzeugen Bilder und prägen die Atmosphäre einer Situation ganz maßgeblich. Ja, und Bilder machen Stimmung. Haben Sie sich schon einmal gefragt, warum Sie sich im Gespräch mit manchen Menschen wohler fühlen als mit anderen? Haben Sie erlebt wie sehr dies ihre Stimmung beeinflusst und wollen Sie wissen woran das liegt? Unsere Sprache hat Macht, und beeinflusst, wenn auch unbewusst unseren Blick auf die Welt da draußen.

Die Macht der Sprache

Die deutsche Sprache hat dabei ein besonderes Faible für das Drama – in keiner anderen Sprache weltweit finden wir so viele mittelalterliche Folterwörter wie im Deutschen. Da „brennt es uns unter den Nägeln“, da sind wir „todmüde“ oder fühlen uns „gerädert“. Kultur prägt und das zeigt sich nicht zuletzt auch in der Sprache. Warum all das für Ihre Praxis wichtig ist, darüber erfahren Sie heute mehr.

 

Die Struktur der Kultur – Ich sehe durch die Augen meiner Kultur

Selbst kleine Veränderungen in unserer Sprache können eine große Wirkung auf unser Gegenüber haben. Wie wir das nutzen können, hängt davon ab in welcher Sprache wir aufgewachsen sind. Sprache prägt Kultur und umgekehrt.

Selbst innerhalb einer Sprache gibt es große Unterschiede. Natürlich kennen wir alle den Dialekt und andere regionale Einfärbungen bzw. spezielle Wörter oder Phrasen die bevorzugt in einer Region verwendet werden. Hier ist jedoch die Grundrichtung einer Sprache gemeint, jener Blickwinkel wie wir die Welt um uns herum betrachten.

 

Das Drama in Deutsch

Sprache arbeitet immer mit Bildern. Nur ist das Bild positiv oder negativ?  Im Deutschen verkaufen wir gerne über das Drama.  Und wir formulieren gerne über Negatives. Möglicherweise mehr als vielen von uns bewusst ist.

Da „spannen wir unsere Kunden gerne auf die Folter“, bekommen etwas „eingebläut“ oder „eingetrichtert“. Manche Dinge „fesseln“ uns, wir haben „Lunte gerochen“, fühlen uns wie „vor den Kopf gestoßen“, wir haben eine „zündende“ Idee oder ein Projekt ist „zum Scheitern verurteilt“ (Scheiterhaufen).

Selbst wenn wir etwas Gutes sagen wollen, dann ist das „wahnsinnig“ toll oder „irrsinnig“ lustig, es war „brutal“ kalt oder „mörderisch“ heiß. Können Sie es heraushören? Zumeist fällt es uns gar nicht auf, welche Bilder wir da unbewusst erzeugen – sicher ist jedoch, dass diese Bilder etwas bewirken. Sie färben unsere Gesprächsatmosphäre ein. Dieser kulturelle Stempel erzeugt eine mitunter negative, unangenehm gepolte Atmosphäre. Lesen sie dazu auch

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Warum nur?

Die Frage ist: warum tun wir das? Dafür gibt es viele Gründe: zu einem Großteil ist dies historisch begründet, aber auch die Religion hat der Sprache hier ihren Stempel aufgedrückt. Und da überdauern manche Ausdrucksweisen schon mal ein paar Jahrhunderte – unhinterfragt. Sie können es selbst überprüfen. Hören Sie sich selbst beim Sprechen zu:

 

  • welche Worte verwenden sie?
  • welche Bilder erzeugen Sie dadurch in ihrem Kopf und im Kopf ihres Gesprächspartners?
  • Mögen Sie die Atmosphäre, die Sie damit erzeugen?

 

Tipp!

Hören Sie sich selbst beim Sprechen zu. Immer wieder mal. Überprüfen Sie auch Ihre Schriftstücke. Foltern Sie Ihre Gesprächspartner heimlich? 😉

 

Achten Sie auf Ihre Worte!

Es zahlt sich aus, denn in einer positiven Atmosphäre kaufen Menschen lieber.

 

Viel Spaß bis zum nächsten Mal

Ihre Barbara Blagusz